Heller (Stephen), ausgezeichneter Klavierspieler und Komponist für sein Instrument, geb. 15. Mai 1814 zu Pest, war im Alter von neun Jahren schon so weit, daß er mit seinem Lehrer Bräuer ein Doppelkonzert von Dussek öffentlich vortragen konnte. Der Erfolg dieser Leistung bestimmte senen Vater, ihn nach Wien zu senden, wo er zuerst bei me. und dann bei Anton Halm höhere Pianistenausbildung fand. Im J. 1829 machte er mit seinem Vater eine Kunstreise durch Ungarn, Polen und einen Teil von Deutschland. Auf der Rückreise 1830 blieb er in Augsburg, wo er nun seine theoretischen Studien vollendete und sich unter der Leitung von Chelard der Komposition widmete. Im J. 1838 wandte er sich nach Paris, wo er, einige Ausflüge abgerechnet, seinen dauernden Aufenthalt nahm. H. hat nur Kompositionen für das Klavier veröffentlicht, und die Zahl derselben beträgt 150 (Sonaten, Phantasie⸗ und Charakterstücke, einiges Instruktive u. s. w.). Es bekundet sich darin außer großer technischer Geschicklichkeit ein feines, liebenswürdiges und von poetischem Duft angehauchtes Wesen, das Eicen in der von Schumann und Chopin eingeschlagenen Richtung der Romantik sich bewegt, dabei aber seine Selbständigkeit nicht aufgibt.