Heller (Rob.), belletristischer und publizistischer Schriftsteller, geb. 24. Nov. 1812 (oder 1814) zu Großdrebnitz bei Stolpen im Königreich Sachsen, erhielt seine Vorbildung auf der Kreuzschule in Dresden und dem Gymnasium in Bautzen, studierte seit 1832 in Leipzig die Rechte und wurde 1836 Accessist beim dortigen Kriminalamt. Diese Laufbahn vertauschte er mit der litterarischen, als seine ersten belletristischen Arbeiten eine günstige Aufnahme fanden. Er gründete 1838 die Zeitschrift (Rosenv, 1842 das Taschenbuch «Perlenv, die er beide bis 1848 herausgab. Außerdem beteiligte sich H. mit mancherlei Beiträgen an Zeitschriften, veröffentlichte auch zahlreiche selbständige Novellensammlungen und Romane. Die wertvollsten darunter behandeln geschichtliche Stoffe, z. B. Der Prinz von Oranieno (3 Bde., Lpz. 1844), (Florian Geyero (3 Bde., Frankf. 1848). Die Frucht einer Reise nach Italien war Eine Sommerreiser (Lpz. 1840). Als die Bewegung von 1848 der vormärzlichen Belletristik ein Ende machte, ging H. nach Frankfurt a. M., wo er als Publizist auftrat. Seine anonym erschienenen „Brustbilder aus der Paulskirches (Lpz. 1849) fanden vielen Beifall. Seit Ende Sept. 1849 führte H. die Redaction der „Deutschen Zeitungs bis zu ihrem Eingehen im Sommer 1850. Hierauf wandte er sich nach Berlin, von da nach Hamburg, wo er seit 1851 das Feuilleton der cHamburger Nachrichten' redigierte. Später veröffentlichte er die Novellen „Der Reichspostreiter in Ludwigsburgs (Frankf. 1857), „Das Geheimnis der Mutter » (Frankf. 1859), „(Hohe Freundey (Epz. 1861), eine Erzählung aus der klassischen Zeit Weimars, «Posenschrapers Thilder pz. 1863), ein hamburger Roman aus den bürgertlichen Wirren des 17. . Ber und Primadonna. Roman aus der kursächs. Vergangenheite (2 Bde., Berl. 1871). H. starb zu Hamburg 7. Mai 1871. Nach seinem Tode gab Laube H.s MNachgelassene Erzählungene» (5 Bde., Brem. 1874) heraus.