Herbstfärbung nennt man die Veränderung des grünen Blattfarbstoffs in Rot oder Gelb, wie sie im Herbste an vielen Pflanzen auftritt. Die chem. Umwandlungen, die dabei vor sich gehen, sind ebenso wenig bekannt wie die Zusammensehung der Blattfarbstoffe selbst. (S. Blattfarbstoffe.) Infolge dieses Vorgangs entwickelt sich das prächtige Farbenspiel der Wälder und der Parkgehölze vor Eintritt des Winters. Noch viel reicher als in Europa sind diese Farbenerscheinungen Nordamerikas; hier sind die Farben viel reiner und intensiver, vom dunkelsten Orangerot bis zum zartesten Hellgelb, vom dunkelsten Purpur bis zum feurigsten Scharlach variierend. Durch ihre H. besonders effektvoll sind mehrere Ahornarten (Acer rubrum, saccharinum u. a.), die Scharlacheichen (Quercus coccinea, rubra, tinctoria u. a.), die Jungfernrebe (Ampelopsis quinquefolia), der Hirschkolbenbaum (Rhus typhina) u. v. a. Dieser H. wegen, abgesehen von andern dekorativen Werten, sind viele nordamerik. Gehölze in den Parkanlagen hoch willkommen.