Hermannsburg, Dorf in der Lüneburger Heide, im Kreise Lüneburg in der preuß. Provinz Hannover, zählt (1880) 1539 E. Der Ort wurde 825 vom Mönch Landolf begründet als Ausgangspunkt für seine Bekehrungsthätigkeit. Neuerdings wurde der Ort öfter genannt, teils wegen der von hier aus betriebenen Heidenmission, teils wegen der hier vollzogenen Separation von der luth. Landeskirche Hannovers. Die Hermanns burger Mission wurde vom Pastor Ludwig Harms (s. d.) 1849 begründet. Zu den Missionsstationen gehören: Hermannsburg in Natal, 8 Stunden von Umgumulo in hochgelegener Gegend, mit blühenden Schulen und kleiner Gemeinde, und Hermannsburg in Australien, 360 Stunden im Innern des Landes. Vgl. Speckmann, „Die Hermannsburger Mission in Afrikad (Hamb. 1876). Die Hermannsburger Separation wurde dadurch veranlaßt, daß Theodor Harms, Pastor in H., bei Einführung der Civilehe den standesamtlichen Akt nicht als Eheschließung betrachten wollte und sich deshalb weigerte, das vom Konsistorium zu Hannover vorgeschriebene Trauungsformular zu gebrauchen. Als er nach langen Verhandlungen 1877 seines Amts entsetzt wurde, trat er mit einem Teil seiner Gemeinde aus der Landeskirche aus und bildete eine separierte luth. Gemeinde. Dasselbe geschah in einigen andern Gemeinden Hannovers, welche sich mit H. zu einem Synodalverband zusammengeschlossen haben.