FeedHerbergen zur Heimat
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Herbergen zur Heimat, billige Gasthäuser mit christl. Hausordnung, welche bezwecken, die wandernden Handwerksgesellen vor den verderblichen Einflüssen schlechter Wirtshäuser zu bewahren. Die Notstände des Herbergswesens und das Bedürfnis der Abhilfe beleuchtete zuerst J. H. Wichern in der Schrift Notstände der prot. Kirche und die innere Missiono (Hamb. 1844). Die Begründung von H. betrieb mit Eifer der Professor der Rechte Clemens Perthes in Bonn, wo 1854 die erste H. eröffnet wurde. Besonders dessen Schrift „Das Herbergswesen der Handwerksgeselleno (Gotha 1856; 2. Aufl. 1883) veranlaßte andere Orte zur Nachahmung, sodaß gegenwärtig schon in mehr als 100 deutschen Städten H. bestehen. 5. einigen rößern Orten verbindet sich mit den H. noch ein Dospiz für wohlhabendere Reisende, welche die Unruhe des Hotellebens vermeiden wollen. Vgl. Augener, Die H. und die Vereinshäusero (Bielef. 1869); Rathmann, «Die H.» (Hamb. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 126Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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