FeedHeroide
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Heroide ist der Name für eine Unterart der Clegie: Liebesklagen und Liebeswerbungen, in den Mund von Göttern und Heroen gelegt. Ovid ist deren Erfinder; die ital. Renaissancepoesie nahm sie wieder auf und verbreitete sie unter den Neuern. Viel Schwulst zeigt sie namentlich bei Hoffmannswaldau und Lohenstein, viel sentimentale Süßlichkeit bei Pope. Herder richtete in der „Adrasteav (Bd. 3) gegen diese ungesunde Abart heftige Angriffe; durch die großen Dichtungen Goethes und Schillers ist sie überall verdrängt worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 156Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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