Heröisieren, zum Heros erheben. Herdisierung, s. unter Apotheose. Herold. Das Amt und die Würde eines H. verdankt den Ritterspielen des Mittelalters seinen Ursprung. Da sich bei denselben Teilnehmer aller Länder einzufinden pflegten, war es nötig, Beamte zu haben, welche Kenntnis der Wappen sowohl wie der Regeln und Normen, die sich mit der Zeit über Führung und Einrichtung der Wappen gebildet hatten, besaßen. Das Vorbild der H. waren die Kidvnes der Griechen und die Fetiales der Römer, die als Boten des Friedens und des Kriegs für unverletzlich galten, denen, die sie begleiteten, Schutz ewährten, Versammlungen leiteten u. s. w. ne Zeit des Rittertums bildeten die H., auch Ehrenherolde genannt, einen besondern Stand an den Höfen der Fürsten und mußten die Adelswissenschaft oder Heroldskunst, deren Normen besonders in Frankreich festgestellt wurden, zunftmäßig erlernt haben. Dazu gehörte die genaueste Kenntnis des hohen und niedern Adels, der Wappen, Rechte und Besitzungen desselben, sowie der einzelnen Geschlechter. Die H. hatten alle öffentlichen Feierlichkeiten zu leiten. Sie waren die Richter in allen Streitigkeiten des Adelswesens, erteilten Ahnentafeln, entwarfen und verbesserten Wappen und bildeten die Sittenrichter des Adels. Bei den Turnieren lag ihnen die Wappenschau ob, sowie die Entscheidung über die Turnierfähigkeit. Im Kriege waren sie Boten des Kriegs und des Friedens. Sie erfielen in drei Klassen: Wappenkönige, H. und Persevanten (poursuivants), welche letztere gleichsam die Lehrlinge waren. Um als Persevant aufgenommen zu werden, war es nötig, daß zwei H. des Kandidaten Rechtlichkeit und Unbescholtenheit bezeugten. Hierauf erfolgte die Taufe mit Wein, die entweder vom Fürsten selbst oder von einem Wappenkönige vollzogen wurde, und bei welcher der Kandidat einen besondern Namen erhielt. Der Taufe folgte die Anlegung des Wappenrocks, der sich von denen des Wappenkönigs und des H. unterschied, während alle drei Klassen das Wappen ihres Herrn auf der linken Schulter führten. Nach siebenjähriger guter Dienstzeit konnte der Persevant H. werden, wenn zwei Wappenkönige und vier H. bezeugten, daß er seine Schuldigkeit vollkommen gethan habe und H. zu werden verdiene. In diesem Falle taufte ihn der Fürst, sein Herr, von neuem und erteilte ihm einen neuen Namen, worauf H. ihm den neuen Wappenrock anlegten. Bei der Wahl eines Wappenkönigs, des öchsten Grades, den ein H. erlangte, berief man o viele Wappenkönige und H. zusammen, als nur irgend möglich war, um dem Akte die größte Feierlichkeit e geben. Bezeugten diese alle das unbedingte Verdienst des zu Erwählenden, so setzte ihm der Fürst eine Krone auf und erteilte ihm den Namen einer Provinz seines Landes. Jetzt ist das Heroldswesen außer Gebrauch, und was sich etwa davon noch erhalten, nur der Schatten frühern Glanzes. Die heutigen H. kommen bei Krönungen, Huldigungen, fürstl. Vermählungen und andern festlichen Gelegenheiten zur Verwendung; auch haben die meisten Ritterorden Beamte, welche den Titel H. führen und bei Feierlichkeiten des Ordens in vorgeschriebener Tracht erscheinen. In England bestehen noch drei Wappenkönige, des Hosenbandordens, für die südl. Provinzen und den Norden, denen sechs H. untergeordnet sind. (Vgl. auch Heroldsamt.)