Heusinger von Waldegg (Gottl. Heinr. Franz Edmund), Ingenieur, geb. 12. Mai 1817 zu Langenschwalbach, erlernte anfangs den Buchhandel, studierte dann in Göttingen und Leipzig besonders Mathematik, Physik und Mechanik und widmete sich dann dem Eisenbahnmaschinenfache. Nach praktischer Ausbildung in einer mechanischen Werkstätte trat er auf der Gutenhoffnungs-Hütte bei Sterkrade ein, welche damals neben dem Bau von Dampfschiffen den Lokomotivbau kultivieren wollte. Die erste dort gebaute Lokomotive brachte (1841) H. an die Taunusbahn; dort wurde ihm die Werkmeisterstelle der Reparaturwerkstätte in Castel übertragen, 1844 wurde er zum zweiten Maschinenmeister in Frankfurt a. M. und 1846 zum ersten Maschinenmeister und Chef der Centralwerkstätte in Castel bei Mainz ernannt. Im J. 1854 wurde ihm die Projektierung der Frankfurt-Homburger Eisenbahn übertragen, welche erst nach fünfjährigen Verhandlungen zur Ausführung gelangte. Sodann projektierte H. die Deisterbahn und Südharzbahn (Northeim-Nordhausen) und wurde 1863 vom Verein der deutschen Eisenbahn⸗ —hm veranlaßt, die Redaction des von ihm 1845 begründeten «Organs für die Fortschritte des Eisenbahnwesensv, das 1856 — 63 vom Baurat Scheffler geleitet worden war, wieder zu übernehmen. Viele wichtige Verbesserungen und neue Konstruktionen im Eisenbahnwesen wurden durch H. eingeführt, wie namentlich die 2 9 ihm benannte, sehr einfache und rationelle Lokomotivsteuerung mit einem Excentrik, die Interkommunikationswagen (Coupé-System) mit Seitengang, zweckmäßige Schlafwagen, schmiedeeiserne Doppelscheibenräder mit vollkommener Sicherung gegen das Springen der Radreifen, ganz eiserne rationelle Oberbaukonstruktionen für Haupt⸗, Sekundär- und Straßenbahnen u. s. w. His selbständige Schriften sind: »Die Kalk⸗, Ziegel- und Röhrenbrennerei » (3. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1876), (Der Gipsbrennero (Lpz. 1863), „Die eiserne Eisenbahn⸗ (Hannov. 1863), „Die Schmiervorrichtungen und Schmiermittel der Eisenbahnwagen» (Wiesbaden (in Verbindung mit vielen Eisenbahntechnikern, 4. Aufl., 5 Bde. mit Atlas, Lpz. 1877), 4Handbuch der Ingenieurwissenschafteno (Bd. 1, 2. Aufl., Lpz. 1883), 4Kalender für Eisenbahntechniker» (11 Jahrgänge, Wiesb. 1874—84).