FeedHuber (Samuel)
ReligionBrockhaus 1882

Huber (Samuel), prot. Theolog, geb. 1547 zu Durador bei Bern, widersetzte sich als Pfarrer in Burgdorf 1582 der von den berner Predigern befürworteten Einführung des Brotbrechens beim Abendmahl. Im J. 1586 griff H. aus Anlaß des Mömpelgarder Gesprächs die reform. Lehre von der Gnadenwahl heftig an und wurde deshalb 1588 des Landes verwiesen. Er ging nach Tübingen, bekannte sich zum Luthertum und erhielt die Pfarrei Derendingen bei Tübingen. Hier schrieb H. «Theses, Christum Jesum esse mortuum pro peccatis totius generis humani (Tüb. 1589); 1592 wurde er als Professor der Theologie nach Wittenberg berufen, aber 1595 aus Kursachsen verwiesen. Seitdem irrte er heimatlos umher, bis er in Osterwiek bei seinem Schwiegersohn 25. März 1624 starb. Von bleibendem Wert ist sein Anti-Bellarminuso (6 Bde., Goslar 1607), eine gelehrte Verteidigung der luther. Lehre gegen den Katholizismus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 424Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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