FeedHolzverband
TechnikBrockhaus 1882

Holzverband (Holzverbindungen). Man versteht hierunter die Verbindung zweier Hölzer oder Verbandstücke durch eine geeignete Form ihrer Berührungsflächen, sodaß sie entweder für sich allein d oder mit Zuhilfenahme besonderer Befestigungs-r mittel (Dübel, Nägel, Schrauben, Bolzen, Klam-d mern) den auf ihre Trennung einwirkenden Kräften widersteht. Die Verbindung der Hölzer bezweckt eine Verlängerung der hori ontal oder vertital gerichteten Stücke, oder eine Verstärkung, beziehungsweise Vermehrung ihrer Höhe und mithin Tragkraft, oder eine Verbreiterung oder Bildung von Flächen, namentlich bei Holzschnittwaren, oder aber eine Zusammensetzung unter rechtem, spitzem oder stumpfem Winkel (Verknüpfung), wobei die Verbandstücke entweder in einer Ebene oder in verschiedenen Ebenen liegen können. I. Verbindungen der ersten Art oder Verlängerungen: )) Der Stoß, welcher gerade der Verbandstelle, beziehungsweise eine Verklammerung derselben. 2) Die Verblattung oder das Blatt (Fig. 2, a, b, c). Man uuterscheidet das einfache gerade Blatt und zwar mit stumpfem, schrägem oder Gratstoß, und das schräge Blatt, das gewöhnlich nur stumpfen Stoß erhält. Diese Verbindungen müssen durch Dübel oder Bolzen gegen das Auseinanderziehen gesichert und womöglich unterstützt werden. Dem einfachen Blatt ist deshalb das Hakenblatt vorzuziehen, das von selbst gegen das Auseinanderziehen sichert (Fig. 3, a, b, e). Es wird entweder gerade oder schräg gebildet und mit den unter 1 genannten Stößen ausgeführt. Da es jedoch schwierig ist, die Hölzer genau und dichtschließend zusammenzupassen, so wendet man das Hakenblatt mit Keil (Fig. 4, d, e, g) an, das nach Belieben scharf zusammengetrieben und in verschiedenen Kombinationen ausgeführt werden kann, z. B. als erades und schräges Hakenblatt mit Keil und Zapfen, verstecktes Hakenblatt (Fig. 4, .). Eine der vollkommensten Längenverbindungen ist das Hakenblatt mit schrägem Stoß, Keil und Zapfen (Fig. 4,), das gegen ein Auseinanderziehen nach allen drei Dimensionen sichert. Fig. 5, 6, 7 zeigen Verbindungen vertikal stehender Hölzer, die Verbindung mittels Dorn oder Dübel, die Verschränkung und das Kreuzblatt. II. Die Verstärkung der Hölzer bezweckt die dene Weile d ihrer Tragkraft, wird auf verschiedene Weise bewirkt und können dadurch Träger ebildet werden, jedoch rechnet man nur die einachen Verstärkungen, wie die Verdoppelung, Verdübelung, Verschränkung, Verzahnung u. s. w. (Fig. 6, 8 c u. 9) zu den Holzverbindungen. Zu Fig. 9. den zusammengesetzten Verstärkungen gehören die offen gebauten, armierten Balken, Lavesschen und gelpreugten Balken, die Gitterträger u. s. w. MI. Die Berbreitebei Spundwänden, Dielungen, Schalungen etc. durch die halbe und die ganze Spundung oder die Verbindung auf Nute 8 und Feder statt (Fig. 10, 11). Sind — die Brettflächen nicht unterstützt oder h.— Werfen derselben, so wendet man nur besten bildet man jedoch größere Holzflächen, wie T „Läden, Thore u. s. w., durch Verbindung Fig. 13. IV. Die verschiedenen Arten finden entweder in einer Ebene oder in verschiedenen Ebenen statt. In beiden Fällen handelt es sich entweder um einen Anstoß (T), eine Winkelverbindung (J oder eine Überkreuzung (+). 1) Verbindung in einer Ebene oder bündige Verknüpfung. Bei An⸗ oder Zusammensoen werden die emsache Brüstung mit schrägem Stoß oder der Zapfen mit Brüstung (Fig. 14, a, b), die Versatzung (Fig. 15), namentlich aber die verschiedenen Arten der Verzapfung angewendet (Fig. 16, a, b, c u. Fig. 17), wie der einsache gerade, der Blattzapfen, der Doppelzapfen, Schwalbenschwanzzapfen u. s. w. Bei Winkel- und Eckverbindungen wird die Uberblattung — en (Fig. 20), die Verzapfung mittels Win⸗ „ und geächselten oder Eckzapfen u. s. w. angewendet. Bei den Üüberkreuzungen dieser Art Verbindungen wendet man die überblattung (Fig. 21) an, die bei schräger Uberschneidung mit ver brochenen s charfen Kanten ausgeführt wird. Bei Ver bindungen geneigter Hölzer mit horizontalen oder vertikalen Verbandstücken, die in derselben Vertikal ebene liegen, kommt der schräge Zapfen (Spar renzapfen, Winkelbandzapfen) meist in Verbindung mit Versatzung zur Anwendung (Fig. 22 a, b). 2 Verknüpfung von Hölzern, die nicht in einer Ebene liegen. Anstöße und Winkelverbindungen dieser Art kommen meist bei der Verbindung von Balkenköpfen mit Rahmen (oder Mauerlatten) und darüber befindlichen Schwellen vor; Überkreuzungen dagegen bei der Verbindung von Balken mit Unterzügen oder Mittelwandrahmen. Hier finden die verschiedenen Arten von Überkämmungen oder Kämmen Anwendung. So die Ecküberkämmung, der einfache gerade Kamm, der schräge, Mittelkamm, Schwalbenschwanz⸗ kamm, Kreuzkamm u. s. f. (. Fig. 23, a, b, c u. 24, a, b). Bei der Verbindung von Rahmen oder Pfetten mit Sparren findet die Uberklauung (Ver 25) statt; bei den Eckverbindungen brettartiger Hölzer kommt die sog. Verzinkung(Fig. 26 u. 27) vor, die entweder gewöhnliche oder versteckte Verzinkung ist. Auch die durch gefälligeres Aussehen sich auszeichnende Knappsche Verbindung gehört hierher (Fig. 28).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 365Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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