Höchst, Stadt im Landkreise und Regierungsbezirk Wiesbaden der preuß. Provinz Hessen-Nassau, 9 kmeim Westen von Frankfurt, am Zusammenfluß der Nidda und des Main, an den Linien Frankfurt-Niederlahnstein und H.⸗Soden der MrumLimd Staatsbahnen und an der Linie Frankfurt-Limburg der Hessischen Ludwigsbahn, ist der Sitz eines Amtsgerichts und zählt (1880) 4978 meist kath. E., welche Cigarren-, Schnupftabak⸗, age von Hochkirch. Möbel⸗, Gasfabriken, eine Eisen⸗ und Messingießerei und eine Gipsmühle unterhalten, sowie Handel und Schiffahrt treiben. Bemerkenswer: sind die um 1090 als Säulenbasilika erbaute St. Justinuskirche (mit einem Chor von 1443) und das 1775 schloßartig errichtete Wohn⸗ und Fabritgebäude des Tabaksfabrikanten Bolongaro. Der Ort war seit Karl IV. (bis 1801) kurmainzisch, wurde 1400 zur Stadt erhoben und 1410 besesigt Hier siegte Tilly 10. (20.) Juni 1622 über den Herzog Christian von Braunschweig. Im Laufe des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Stadt sechsmal von verschiedenen Parteien eingenommen und dabei 1635 das alte Schloß, welches den Erzbis chöfen von Mainz öfters als zeitweilige Residenz gedient hatte, bis auf den noch stehenden stattlichen Turm erstört. Am 11. Okt. 1795 schlug hier Clerfayt die Franzosen unter Jourdan.