Homburg vor der Höhe, so genannt, weil es an und vor der Höhe oder dem Taunus liegt, Kreisstadt des Obertaunuskreises im Regierungsbezirk Wiesbaden der preuß. Temas Hessen-Nassau, bis 1866 Hauptstadt der ehemaligen 4 9155. von Hessen-Homburg (s. d.), 18 km im NRW. von ankfurt a. M., an der Linie Frankfurt-H. der reußischen Staatsbahnen gelegen, ist Sitz eines andratsamts, eines Amtsgerichts und zweier Ober-Hochst der und zählt (1880) 8326 meist prot. E. ächst dem auf einer Anhöhe liegenden Residenzschloß, das 1680 — 1703 erbaut, 1835 erweitert wurde, sind ansehnliche Gebäude: das palastähnliche Kurgebäude, die prot. Stadtkirche, die kath. lehemals franz.⸗reform.) Stadtkirche, die neue Synagoge. H. hat ein Real-Progymnasium, eine Mittelschule, drei Töchterschulen, eine Bibliothek, ein Museum, ein Armen⸗, ein Waisen⸗ und ein Versorgungshaus, ein allgemeines Krankenhaus und ein christl. Krankeninstitut, eine Kleinkinderbewahranstalt und Fabriken für Maschinen, Hüte, Seife, Nudeln, Bleiweiß u. s. w. Seit 1834 ist H. ein Taunusbad. Es hat fünf eisenhaltige salinische Heilquellen: Ludwigsbrunnen, Elisabethenbrunnen, Kaiserbrunnen, Stahlbrunnen, Luisenbrunnen, von denen der Elisabethenbrunnen die bedeutendste ist. Das Bad hat sich schnell gehoben und ist gegenwärtig eins der besuchtesten deutschen Bäder (jährlich etwa 13000 Kurgäste)J. Das anagen Kurhaus mit ausgedehnten schönen Parkanlagen und einem Theater wurde 1841—43 von den damaligen Bankhaltern, Gebrüder Blanc, erbaut. Im 12. Jahrh. waren die Dynasten von Eppstein Besitzer des Schlosses und der Herrschaft H., von deren Burg der noch stehende hohe weiße Turm herrühren mag. Vgl. Schäfer, „Bad H. und seine Umgebungenv (Darmst. 1864); Friedlieb, Der Kurort H. v (Frankf. a. M. 1867); Schudt, «H. und seine Umgebungeno (11. Aufl., Homb. 1876); Will, Der Kurort H.» (Homb. 1880); Schick, K&H. und Umgegendo (15. Aufl., Homb. 1884).