Heppenheim, Kreisstadt in der hess. Provinz Starkenburg, an der Main-Neckarbahn, ist Sitz eines Kreisamts, eines Steuerkommissariats und einer Oberförsterei, hat eine Realschule, vier Cigarrenfabriken und eine Maschinenwerkstätte und zählt (1880) 5091 meist kath. C., die Acker⸗, Wein⸗, Hopfen⸗, Tabak-⸗ und Zuckerrübenbau treiben. Außerhalb der Stadt liegt die Landesirrenanstalt, eine neugebaute Musteranstalt. Um den alten Teil der Stadt ziehen sich noch altertümliche Mauern. — H. war eine Reichsdomäne und unter den Frankenkönigen war ein Königshof daselbst. Karl d. Gr. schenkte sie 773 an Lorsch, von wo sie 1232 an Mainz und 1802 an Hessen kam. Bei H. liegt auf einem fast isoliert stehenden Berge die Ruine der Starkenburg, nach der die Provinz den Namen führt. Die Burg wurde 1066 durch den Abt Ulrich von Lorsch erbaut. Sie hatte ihre eigenen Burggrafen und Burgmänner 1267—1796 und litt mit dem Kloster Lorsch wechselnde Schicksale. Im J. 1621 nahmen sie die Spanier,‚ 1631 besetzten sie die Schweden, 1645 belagerte sie Turenne vergeblich Der Abbruch begann 1766. Der mittlere hohe Turm sollte erhalten werden, die Kuppel aber zer störte 1768 der Blitz. Die Ruine kam mit H. 1802 an Hessen. ů