Hoffnung ist die mehr oder minder gewisse Erwartung eines freudigen Ereignisses und daher ein gemischter Gefühlszustand, in welchem sich das mit der Vorstellung des betreffenden Ereignisses associierte Lustgefühl mit dem Unlustgefühl einer größern oder geringern Unsicherheit über den wirklichen Eintritt dieses Ereignisses in den mannigfachsten Verhältnissen mischt. Die H. dient einerseits als aufrecht erhaltende Anregung, andererseits als abschwächende Spannung der Willensenergie, je nachdem sie den Eintritt des freudigen Ereignisses von der Selbstthätigkeit des Hoffenden abhängig erscheinen läßt oder nicht. Das Gegenteil der H. ist die Furcht, die Erwartung eines betrübenden Ereignisses. Die Aufgebung aller H. ist Verzweiflung. Gegenüber den mannigfachen Enttäuschunen der Wirklichkeit richtet der religiöse Glaube seine H. auf das Leben nach dem Tode. Als Gott-Nor wurde die H. in Griechenland (Elpis) und in om (Spes) als leicht einherschreitendes Mädchen, in der Rechten die Blüte eines Granatapfelbaums, mit der herabgesenkten Linken das Gewand etwas lüftend, dargestellt. In Rom hatte sie viele Tempel und Altäre; oft trägt sie die Statue des bonus eventus (guten Ausgangs) auf der Hand. Als allegorische Person wird die H. in neuerer Zeit meist mit dem Glauben und der Liebe verbunden dargestellt, und zwar als weibliche Figur auf einem Anker (dem Symbol der H.) ruhend.