Jötnun, d. h. Fresser, ist die allgemeinste altnordische Bezeichnung für den Riesen in der german. Mythologie (daneben burs, hüne). Sie wohnten in Jötunheim (der Riesenwelt), zeichneten sich durch ihre Größe und Stärke aus und waren die Gegner der Götter. Bald treten sie als dumm, bald als klug auf, sodaß sie selbst die Götter überlisten. Die J. sind verkörperte Naturkräfte, daher gehören zu ihrem Geschlecht Agir, der Herr des Meeres, Hrsvelgr, der Windbeherrscher u. a. Meist hausten sie in Bergen; ihr Kopf und Herz war nicht selten aus Stein. Noch heute lebt im Volksmund eine Reihe von Sagen über die Riesen fort. Jotunfieldeue (die Riesengebirge), eine ziemlich in der Mitte Norwegens gelegene wilde und öde Gebirgsgruppe, die höchste in Skandinavien, stößt im S. an Valders, im W. an Sogn und senkt sich nach O. und N. zum Gudbrandsthale herab. Ihre gesamte Länge beträgt 56—67, die Breite etwa 60 km. Von den vielen, durch einschneidende Thaltiefen, schöne Alpenseen (wie Giendin, Tyin und Bygdin) und Gletscher voneinander getrennten Spitzen sind die bedeutendsten: Store-Galdhöpig (2560 m) und der schöne Glittretind (2550 mj. Einer der interessantesten Punkte der in neuerer Zeit oft von Touristen besuchten J. ist der Beßzegg, ein ganz schmaler Kamm zwischen den Seen Beswandet und Gjendin, in beide steil hinabfallend.