FeedHohenfriedberg
GeschichteBrockhaus 1882

Hohenfriedberg, Städtchen im Kreise Bolkenhain des preuß. Regierungsbezirks Liegnitz mit (1880) 742 E., wurde im zweiten Schlesischen Kriege durch die Schlacht denkwürdig, welche Friedrich II. 4. Juni 1745 über die Osterreicher und Sachsen unter dem Prinzen Karl von Lothringen und dem Herzog Johann Adolf von Sachsen-Weißenfels gewann. Maria Theresia hatte mit Bayern Frieden geschlossen und nach erneuertem Bündnis mit England, Sachsen und Holland ein Manifest erlassen, welches Schlesien für eine österr. Provinz erklärte, weil der König von Preußen den Breslauer Frieden verletzt habe. Die Ssterreicher und Sachsen hatten sich, 80000 Mann stark, bei Trautenau vereinigt, um in Schlesien einzufallen. Diere⸗ zog Ende April seine Armee aus den interquartieren zusammen; Zieten überbrachte an der Spitze seines ganzen Regiments den Befehl dazu an den Markgrafen von Schwedt nach Oberschlesien, wo ein österr. Korps eingefallen war; er schlug sich glänzend durch. Am 28. Mai war die Armee vereinigt und marschierte nach der Gegend von Striegau, wo sie, General Dumoulin mit der Vorhut über das striegauer Wasser vorgeschoben, Stellung nahm. Der Feind, durch einen falschen Spion getäuscht, glaubte, daß sich Friedrich bis hinter Breslau zurückziehen werde, ging 3. Juni in acht Kolonnen über das Gebirge und lagerte diesseits. Am 4. Juni früh 4 Uhr begann die preuß. Armee den Bach zu überschreiten und marschierte jenseits auf. Dumoulin fand sächs. Truppen vor sich und begann die Schlacht. Das sächs. Korps griff in den Kampf ein, wurde jedoch von den OÖsterreichern nicht unterstützt und 2* geschlagen. Jetzt erst befahl Prinz Karl den Aufmarsch seiner Armee, welche in dem durchschnittenen Terrain eine Verteidigungsstellung besetzte, während die Die ur Infanterie schon zum Angriff vorrückte. Die preuß. Kavallerie warf nach sechs Angriffen die feindliche des rechten Flügels, während der König die Truppen, welche die Sachsen besiegt, heranführte. Als die österr. Infanterie schon durch das Feuer erschüttert war, brach General Geßler mit dem Dragonerregiment Bayreuth (jetzt Königin Kürassiere) durch die eigene ela vor und ritt in einer kriegsgeschichtlich berühmt gewordenen Attacke 20 Bataillone nieder, wobei 66 Fahnen erobert wurden. Dies hatte den allgemeinen Rückzug der Österreicher ins Gebirge zur Folge.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 313Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6