Hochkirch oder Hohkirchen, Dorf in der sächs. Oberlausitz, Kreishauptmannschaft Bautzen, Amtshauptmannschaft Löbau, mit 517 E., zwischen Bautzen und Löbau, wurde im Siebenjährigen Kriege durch den überfall und die Schlacht vom 14. Okt. 1758 denkwürdig. Nach dem Siege über die Russen bei Zorndorf war König Friedrich II. von Preußen nach Sachsen geeilt, um dem durch die übermacht der Österreicher bedrohten Prinzen Heinrich Hilfe zu bringen. Er vereinigte sich 12. Sept. mit demselben bei Reichenbach und suchte nun den österr. Feldmarschall Daun zu einer Schlacht zu bewegen. Allein dieser ließ sich nicht aus seiner festen Stellung bei Stolpen herauslocken. Erst als Friedrich in die Lausitz zog und die österr. Hauptmagazine in Zittau bedrohte, brach Daun auf und bezog mit 65000 Mann ein festes Lager bei Kittlitz nördlich von Löbau. Friedrich vertraute zu sicher auf Dauns ängstliche Vorsicht und bezog in nächster 1 La der starken Stellung der Osterreicher bei H. ein Lager. Am 14. Okt. früh 5 Uhr griff Daun plötzlich die 42000 Mann starke preuß. Armee im Lager überraschend von allen Seiten an. Ein dicker Nebel begünstigte die Unternehmung der Ssterreicher und vermehrte die Verwirrung der Preußen. Als der König, durch das heftige Feuern aufgeschreckt, nach der Mitte seiner Stellung eilte, waren seine Vorposten schon überwältigt, sein rechter Flügel so gut wie aufgelöst, mehrere Batterien genommen und auf sein eigenes Lager gerichtet. Die Unordnung war entsetzlich. In dieser furchtbaren Lage bewährte sich die Mannszucht des preuß. Heeres. Halb nackt eilten die Soldaten zu den Waffen und stellten sich in Reih und Glied; doch nirgends war ein Zusammenhang im Gefecht. Das Dorf H. stand bald in Flammen; held besonders auf dem durch Major von Lange eldenmütig verteidigten Kirchhofe war der Kampf am hartnäckigsten. Das Dorf wurde verloren und wieder erobert, bis endlich Friedrich den ersten Augenblick, wo der Nebel fiel, benutzte, um unter Möllendorfs Schutz weiter rückwärts auf der Höhe bei Drehsa sein Heer in Schlachtordnung zu stellen, ein Entschluß, der dem Feinde Bewunderung einflößte. Zwar wurde der König auch hier heftig angegriffen und nach einem fünfstündigen Gefechte um Rückzuge bis zu dem 1 Stunde vom Schlachtselde entfernten Spitzberge genötigt; doch traf er dort auf Verstärkungen unter General Retzow, sodaß Daun ihn nicht ferner zu beunruhigen wagte. Friedrich hatte 9097 Mann, 101 Kanonen, 30 Fahnen, die Zelte und den größten Teil des Feldgeräts verloren; er selbst und viele Generale waren leicht verwundet. Keith und Prinz Franz von Braunschweig waren geblieben, der Feldmarschall Prinz Moritz von Dessau tötlich verwundet in die Hände des Feindes gefallen. Aber auch die Ssterreicher hatten 5939 Mann, 10 Kanonen und 3 Fahnen verloren und konnten deshalb die Vorteile dieses Sieges nicht benutzen. (S. nebenstehende Karte.) Am 21. Mai 1813, dem ersten Tage der Schlacht von Bautzen (s. d.), kam es auch bei H. zum Gefecht zwischen den Franzosen und Verbündeten, deren linker Flügel sich an H. lehnte und den vereinten Angriffen Marmonts und Maedonalds nicht widerstehen konnte, nachdem der rechte bei Wurschen umgangen war. [Kirche.