FeedHolland (Henry Rich. Vassall, Lord)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Holland (Henry Rich. Vassall, Lord), engl. Staatsmann und Schriftsteller, geb. 23. Nov. 1773, war der einzige Sohn von gobern Fox, zweitem Lord H., und der Neffe des berühmten Charles ames Fox. Nach Beendigung seiner Studien zu ton und Oxford bereiste er das Festland und machte in Italien die Bekanntschaft Elisabeth Vassalls, der Gemahlin Sir Godfrey Websters, die er nach einem skandalvollen Ehescheidungsprozeß auch heiratete, worauf er seinen Familiennamen Fox mit dem ihrigen vertauschte. Nachdem er 1797 seinen Sitz im Oberhause genommen, zeigte er sich als entschiedener Anhänger einer freisinnigen Politik und widersetzte sich besonders dem von der Aristokratie betriebenen Kampfe gegen die Franösische Revolution. Im J. 1802 reiste H. nach der ühenher Halbinsel, wo er während eines dreijährigen Aufenthalts die span. Litteratur und Geschichte studierte und treffliche Biographien von Guillen de Castro und Lope de ** (Lond. 1805; 2. Aufl., 2 Bde., 1817), sowie die übersetzung dreier Rua Komödien (Lond. 1807) lieferte. Nach seiner ückkehr fand H. in dem sog. Ministerium der Talente einen Posten. Als sich aber nach Fox' Tode ⁷ die Unterhandlungen mit Frankreich zerchlugen und der König die Emancipation der Katholiken verweigerte, schied er mit seinen amndi aus und führte nun 24 Jahre che Bof unermüdlich den Kampf gegen die toryistische Politik. An den Verhandlungen des Kongresses zu Wien 1814 nahm er als Privatmann einen so lebhaften Anteil, daß ihm die Weisung zuteil wurde, sich aus Wien zu entfernen. In dem Reformministerium Grey 1830 wurde H. zum Kanzler des Herzogtums Lancaster ernannt; denselben Posten bekleidete er auch 1835 in dem Ministerium Melbourne. H. starb 22. Okt. 1840 zu London. Er schrieb eine Biographie seines Oheims For, die er mit dessen Werke «History of the early part of the reign of king James II.v (Lond. 1808) veröffentlichte; auch ist er der Herauseber der Memoirs of Lord Waldegraver (2 Bde., π 1822). über seine parlamentarische Thätigkeit vgl. Moylons «Opinions of Lord H., as recorded in the journals of the house of Lords from 1797 to 18405 (Lond. 1841). Sein Sohn, Henry Edward Fox, Lord H., geb. 7. März 1802, gest. 18. Dez. 1859, gab 1850 die pikanten Reiseerinnerungen (Foreign reminiscenceso) seines Vaters und 1854 desser Memoirs of the Whig party v heraus. Er starb kinderlos und der Titel erlosch mit ihm. Nach H.s Tode erschienen seine «Fragmentary papers on science and other subjects (Lond. 1875). Einen interessanten Beitrag zu der Geschichte der Familie H. lieferte die Fürstin Marie Lichtenstein in Holland housen (2 Bde., Lond. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 333Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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