Kabeljau oder Kabliau (Gadus morrhua) ist der Name eines für die menschliche Skonomie sehr wichtigen Seefisches. Man findet ihn in allen nördl. Meeren zwischen 40—75˙ nördl. Br., auch an den engl. und norweg. Küsten, vorzugsweise jedoch um Labrador und Neufundland, wo sein Fang von vielen hundert Fahrzeugen betrieben wird und stets von solcher Bedeutung war, daß über die Berechtigung desselben Seekriege geführt worden sind. Der Ertrag der Kabeljaufischerei von Canada belief sich 1875 auf 765640 Ctr., wovon auf Neuschottland allein 420342 Ctr. kommen. Schottland lieferte (1873) 160000 Ctr., Norwegen (1874) 43½ Mill. Stück, 1877 aber 50 —60 Mill. Der Wert des Exports dieser Fischerei war in Norwegen 1871—75 durchschnittlich jährlich 24½ Mill. Kronen (à 1 Mark 10 Pf.). Trotz dieser erstaunlichen Verfolgung hat sich sedoch noch keine merkliche Verminderung der K. gezeigt. In Europa allein beschäftigt sein Fang über 50000 Menschen. Das weiße und gesunde Fleisch kann nicht allein sehr mannigfach zubereitet werden, sondern besitzt auch eine lange Dauer. Nur im frischen Zustande heißt der Fisch K., an der Luft getrocknet wird er Stockfisch genannt und bildet als solcher einen wichtigen Handelsartikel. Gesalzen und nachher getrocknet nennt man — Klippfisch, und bloß eingesalzen (gepökelt) Labberdan. Aus der Leber wird der als Heilmittel angewandte Leberthran bereitet. Zur Gattung Gadus gehört auch der Schellfisch, der 1119 und der Zwergdorsch (Gadus minutus), die sämtlich ein gutes Fleisch besitzen.