Honorius, der jüngere Sohn des Kaisers Theodosius J. und der Flaccilla, geb. 9. Sept. 384 n. Chr., zum Augustus ernannt 393, nach seines Vaters Tode 395 Kaiser des Weströmischen Reichs, während seinem ältern Bruder Arcadius (s.d.) das östliche zufiel, residierte anfangs zu Mailand, seit 404 aber zu Ravenna. Sein Vormund Stilicho (. d.), der für ihn die Regierung mit Kraft und Klugheit führte, die Empörung des mauretanischen Fürsten Gildo in Afrika 398 unterdrückte, dem westgot. König Alarich im Peloponnes 396 und in Italien 402 und 403 mit Erfolg entgegentrat und 405 die zahlreichen german. Scharen, die unter Radagais in Italien eingebrochen waren, bei Florenz überwand, fiel 408 als Opfer der Intriguen des Olympius. Seitdem hatte Alarich die Oberhand in Italien, das die Westgoten erst nach dessen Tode unter Athaulf (der 414 des Kaisers, seit 408 in got. Gefangenschaft befindliche Schwester Placidia, sehr wider Willen des H. heiratete) verließen (412), um nach Gallien zu ziehen. Dieses war seit 406 durch Vandalen, Sueven, Alanen und Burgunder überschwemmt worden, von denen die letztern zunächst in Rheinhessen (die Alamannen neben ihnen im Elsaß) sich niederließen, während die erstern Völker 409 sich nach Spanien wendeten. In Britannien traten seit 407 mehrere Gegenkaiser auf, von denen Konstantin seine Herrschaft auch nach Gallien ausdehnte. Zwar besiegte ihn 411 der Illyrier Constantius zu Arelata, der 417 zum Gemahl der seit 415 verwitweten Placidia und 420 zum Mitkaiser erhoben wurde (aber 421 starb), doch gab H. die röm. Herrschaft über Britannien thatsächlich auf. Als H. 26. Aug. 423 starb, bemächtigte sich der Oberhofnotar Johannes der Herrschaft, die er 425 an Valentinian III. verlor, als dieser mit seiner von H. zu Anfang d. J. 423 nach Konstantinopel verwiesenen Mutter Placidia durch oström. Truppen zurückgeführt wurde.