Honved (d. i. Vaterlandsverteidiger) hießen in Ungarn zuerst 1848 jene freiwilligen Kämpfer, die auf einige Wochen oder «a' gyözelmigo (bis zum Sieg) angeworben und in den Süden gegen die Serben und Kroaten geschickt wurden. Als sich jedoch später der Kampf hauptsächlich gegen Osterreich richtete, viele der alten regulären Regimenter unter die ungar. Fahne traten, auch jene Freiwilligen ebenfalls diesen Regimentern einverleibt oder in neue regelmäßige Regimenter gebracht wurden, diente der Name H. fortan zur allgemeinen Bezeichnung für die ganze nationale Streitkraft, wenn auch im gewöhnlichen Sprachgebrauch unter H. meist nur die Infanterie begriffen wurde. Bei der Neugestaltung der österr.⸗ungar. Armee nach den Ereignissen von 1866 ist der Name H. auf die Landwehr der Länder der ungar. Krone übertragen worden. Die Honvedarmee zählt an Infanterie: 7 Truppendivisionen zu 2 Brigaden, 14 Brigaden zu 6—7 Bataillonen, 92 Bataillone zu 4 Kompagnien; an Kavallerie: 10 Regimenter zu 2 Divisionen und zu 2 Eskadrons. Artillerie besitzt die Honveédarmee nicht, seitdem im Okt. 1875 die bestehenden 20 Mitrailleusen-Abteilungen aufgelöst worden sind. In der Ludovika-Akademie zu Pest besitzt die Honvedarmee eine höhere militärische Bildungsanstalt und Offiziersschule. Die Stabsoffiziere gehören nur bis zum Range eines Obersten der Honvedschaft an; mit der Ernennung zum Generalmajor tritt der Betreffende in den Status der österr.⸗ungar. Generalität überhaupt. Für die H. im eigentlichen Ungarn (und Siebenbürgen) ist die Amts⸗ und Kommandosprache die ungarische; in Kroatien, Slawonien aber besteht kroat. Kommando.