FeedHörnen Siegfried
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Hörnen Siegfried, Gedicht aus dem Kreise der Nibelungensage; es bildet eine Ergänzung zum Nibelungenliede, indem es die ersten Thaten Sieghried, ausführlich und abweichend erzählt. Siegied, der durch das Fell eines von ihm getöteten Drachen eine unverwundbar machende Hornhaut erhalten, befreit die von einem Drachen gefangene Königstochter Kriemhild, indem er erst mit dem Riesen Kuperan, dann mit dem Drachen kämpft und beide besiegt. Der Grundlage nach wohl noch dem 13. Jahrh. angehörend, ist das Gedicht uns nur in Umarbeitung in Drucken des 16. Jahrh. erhalten (Nürnberg um 1545 u. s. w.; auch ins Niederdeutsche um 1545 übersetzt; neu gedruckt in von der Hagens und Primissers (Heldenbucho, Berl. 1825). Auf ihm beruht das Volksbuch „Eine wunderschöne Historie von dem gehörnten Siegfried u. s. w.» (Köln u. Nürnberg ohne Jahr), das sich fälschlich auf eine franz. Quelle beruft. Aus dem Volksbuch hat Hans Sachs seine Tragödie vom Hörnen Siegfriedo geschöpft.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 402Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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