FeedHorväth (Balthasar)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Horväth (Balthasar), ungar. Justizminister, geb. 1. Jan. 1822 zu Steinamanger in Ungarn, machte seine Studien in Hdenburg und Raab und erhielt schon mit 21 Jahren das Advokatendiplom. Er trat dann in die Dienste seiner Vaterstadt, wurde 1848 Mitglied des Reichstags und nach Beendigung der Revolution gefangen gesetzt. Aber schon 1850 befand er sich auf. freiem Fuße und wurde bald einer der gesuchtesten Advokaten des Landes; seit 1856 wirkte er als herrschaftlicher Anwalt der fürstl. Batthyänyischen Güter. Nach dem Oktoberdiplom (1860) nahm er an den Beratungen zur provisorischen Justizreform lebhaften Anteil und trat Franz Deak näher, zu dessen Partei er auch im Reichstage gehörte. Im J. 1863 zum Rechtskonsulenten der Ungarischen Bodenkreditanstalt gewählt, verlegte er seinen Wohnsitz nach Pest. Als 1867 das neue ungar. Ministerium gebildet wurde, übernahm H. das Justizportefeuille, das er bis 1871 behielt. H. vertrat entschieden das fortschrittliche Prinzip in der Rechtswissenschaft und kam dadurch auch mit dem Grafen Jul. Andrassy in Konflikt. Seit seinem Rücktritt aus dem Ministerium beschäftigt er sich vorwiegend mit der Advokatur. H. ist auch ein gewandter juridischer Schriftsteller und ein glänzender Redner.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 408Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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