FeedHonorius I.
ReligionBrockhaus 1882

Honorius I., 625—638, wußte gegenüber den Angelsachsen und den Longobarden das päpstl. Ansehen zu wahren. In den christologischen Streitigkeiten billigte er die Ansicht der sog. Monotheleten, daß Christus zwar zwei Naturen, aber nur Einen Willen gehabt habe, und wurde deshalb auf dem sechsten ökumenischen Konzil 680 als Ketzer verdammt. Leo II. und spätere ath. haben den Bannfluch über ihn wiederholt. Kath. Schriftsteller, wie Baronius und Bellarmin, suchten die Rechtgläubigkeit des H. dadurch zu retten, daß sie behaupteten, die Akten des Konzils seien gefälscht, andere, wie Pagi und Garnier, daß H. nicht wegen Ketzerei, sondern wegen Nachlässigkeit (propter negligentiam) verdammt worden sei. H. stiftete (628) das Fest der Kreuzerhöhung. Vgl. Hefele, &H. und das sechste allgemeine Konzilh (Tüb. 1870); derselbe, cHonorius-Frager (aus dem Lateinischen von Rump, Münst. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 385Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6