FeedHystaspes
GeschichteBrockhaus 1882

Hystaspes (altpers. und zend Vistäcpa) ist der Vater Darius' I., Königs der Perser, Sohn des Arsanes, Enkel des Ariaramnes, welcher letzterer der Bruder des Cyrus, des Vaters des I und Großvaters des ersten Perserkönigs war. Nach einer von Herodot (I, 209) erzählten Sage soll Cyrus auf dem Zuge Re die Massageten durch einen Traum vor den Nachstellungen des damals noch jungen Darius gewarnt worden sein, worauf der den König begleitende Vater das Heer verließ, um in Persien die etwaigen Schritte des Sohnes zu überwachen. Nach der Inschrift von Bisutun unterwarf H. später, unter der Regierung des Darius, die empörten Hyrkanier (517 v. Chr.). Nach Ktesias soll H. mit seiner Gattin bei der Besichtigung der Arbeiten umgekommen sein, welche Darius für die Herrichtung seines noch erhaltenen Grabmals in Naksch-i-Rustam anstellen ließ. Die Arbeiter sollen durch das Erscheinen von Schlangen erschreckt, die von ihnen gehaltenen Taue des Gerüstes, auf welchem H. die Arbeiten besah, losgelassen haben, wofür sie alle mit dem Tode bestraft wurden. Ein anderer Hystaspes, Enkel des vorigen und rechter Bruder des Kerxes, befehligte in dem Zuge gegen Hellas die Baktrer und Saker. Von dem H., der nie König war, ist vollkommen verschieden der viele Jahrhunderte früher lebende König der Baktrer H., unter welchem Zoroaster erschien, und den unter den Alten schon Agathias unterscheidet. Die Neuperser, die viele Jahrhunderte aus ihrer Geschichte vergessen haben, verwechseln diese beiden Persönlichkeiten und En den den Kei Guschtasp zum Urvater des Darä. In den uns erhaltenen In des 20 wird er Kavi Vistäcpa genannt, Sohn des Arvadagpa, neupers. ——0 6— und Bruder des Zairivairi (neupers. Zerir). Er stritt für Zoroasters Lehre gegen Turan, namentlich gegen Ardjadagpa (neupers. Ardjasp). Der 11.Nosk des Zendavesta führte seinen Namen und handelte von ihm; aber nach der Sage der Perser wurden von den ursprünglichen 60 Kapiteln dieses Buchs 10 nach Alexander nicht wieder aufgefunden. Aus dieser verlorenen Quelle hat mit vieler Ausschmückung die neuere Sage der Parsen geschöpft. Danach war Guschtasp der fünfte der Kayanier und regierte 120 Jahre. Nach der Abdankung des Vaters Lohrasp bekehrte sich Guschtasp zur Lehre der Avesta, wurde aber deshalb von Ardjasp, König von Turan, angegriffen. Nach der Besiegung dieses Königs verbreitete Guschtasp die Lehre in alle Länder und sandte Isfendiar zu diesem Zwecke aus. Während eines Zugs des Königs nach Zabulistan kam Ardjasp wieder, zerstörte Balkh, und löschte mit dem Blute der Ormazdpriester die Feueraltäre. Doch wurde die neue Lehre wiederhergestellt, und Guschtasp hinterließ den Thron seinem Sohne Ar⸗

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 515Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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