Hradisch (Ungarisch-Hradisch, slaw. Hradisté), Stadt mit eigenem Statut im südöstl. Mähren, liegt in der Niederung der March, von der sie einst ganz umflossen war, und ist ein für den Frachtenverkehr sehr belebter Stationsplatz der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, von der hier eine Lokalbahn nach Ungarisch⸗-Brod abzweigt. H. ist Sitz eines Kreisgerichts, einer Finanzbezirksdirektion, einer Bezirkshauptmannschaft und eines Be irksgerichts, hat eine Bürgerschule, ein Staats-Real- und Obergymnasium und zählt (1880) 3659 E. Ledeutenden deutscher Zunge. Die Umgebung hat edeutenden Gersten⸗ und Rübenbau, die Stadt selbst eine Zuckerfabrik, lebhafte Vieh⸗ und Getreidemärkte. — H. war in ältester Zeit Grenzfeste der böhm. Krone gegen Ungarn und dankt diese Bestimmung dem Könige Ottokar II. Die Befestigung wurde in der Folge erweitert und verstärkt, bis sie 1780 Kaiser Joseph II. wegräumen ließ. Sämtliche Wälle und Schanzen wurden von der Stadtgemeinde gekauft, unter einzelne Hausbesitzer verteilt und in Gärten umgewandelt.