FeedJaromierz (slaw. Jaromsf)
ErdkundeBrockhaus 1882

Jaromierz (slaw. Jaromsf), Stadt in der Bezirkshauptmannschaft Königinhof im nordöstl. Boöhmen, Sitz eines Bezirksgerichts, mit (1880) 6555 C. slaw. Zunge, liegt an der Elbe, über welche zwei Kettenbrücken gehen, und ist Station der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn. Die Stadt hat eine Bürgerschule, ein Krankenhaus eine Zuckerfabrik, deihorien Spinnerei, Weberei, drei Kunstmühlen, Cichorienfabrik, Ziegelbrennereien und sehr lebhafte Produktenmärkte. — Seit Beginn des 14. Jahrh. königl. Leibgedingstadt und namentlich vom Kaiser Karl IV. durch Privilegien begünstigt, wurde die Stadt 1421 durch die Hussiten, dann wieder 1648 durch die Schweden arg mitgenommen, sodaß sie ihre frühere Bedeutung nicht mehr gewinnen konnte. Bei dem Brande durch die Schweden ging auch das reichhaltige städtische Archiv zu Grunde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 815Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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