FeedHufnägel
TechnikBrockhaus 1882

Hufnägel (frz. clous à ferrer, engl. horse-shoenails) sind die zur Verbindung des Hufeisens mit dem Huf dienenden, aus Schmiedeeisen gefertigten und in schwacher 8-Form gebogenen Nägel. (Fig. 1 und 2.) Dieselben haben eine Länge von 45 — 75 mm, in ihrem schlank konischen Schaft einen rechteckigen Querschnitt bei 3—5 mm Breite und 1—2 mm Dicke und einen schlanken, aus dem Schaft übergehenden Kopf. Letzterer ist entweder wie eine Pyramide oder wie ein Keil mit ausgebauchten Seitenflächen geformt (konische oder bauchige H.); je nach der konischen Anschwellung der beiden andern Seiten des Kopfes unter⸗ Zig. 1. Fig. 2.& scheidet man starkköpfige, rundköpfige und dünnköpfige H. Die doppelte Kröpfung der H. (Fig.1) bewirkt beim Einschlagen das seitliche Heraustreten der Nagelspitze aus dem Huf, sodaß dieselbe umgebogen werden kann; durch den so gebildeten Haken wird ein festerer Halt des Hufeisens am Huf erreicht. Die Köpfe der H. sind an dem befestigten Hufeisen durch den Falz desselben überdeckt. Die Herstellung der H., welche zum großen Teil noch Handarbeit ist, begreift das Ausschmieden des Nagels in einer Hitze aus einem Schmiedeeisentab, der von möglichst sehniger Struktur sein muß, damit der fertige Nagel beim Umbiegen der Spitze nicht splittert. Der Schaft der H. wird flach auszeschmiedet, der Kopf in dem Nageleisen (s. Nägelfabrikation) angesetzt und schließlich der Schaft in die 8-Form gebogen (gezwickt)ꝰ Gewöhnlich vollenden die Hufschmiede den Nagel durch das Nachzwicken, d. h. das Nachbiegen des Schafts.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 434Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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