Huftiere vr. eine große Gruppe ansehnlicher bis gigantischer Säugetiere, die nach den Verhältnissen der Hufbildung in Multungula (BVielhufer oder Dickhäuter, s. d.) und Solidungula (Einhufer, s. d.) eingeteilt wird. Die neuere Systematik unterscheidet, namentlich gestützt auf zahlreiche, besonders aus Nordamerika bekannt gewordene fossile Formen, folgende Gruppen der H.: 1) Artiodactyla oder paarzehige H. (Paarzeher), ausgezeichnet durch paarig vorhandene Zehen, von denen die beiden mittlern, gleichgroßen den Boden berühren, die beiden äußern etwas rudimentär gebildet sind, wenigstens meist als sog. Afterzehen nicht mit dem Boden in Berührung !! kommen. Das Gebiß ist sehr verschieden, nur besitzen bei allen Formen die Backzähne faltenartige Ein⸗ und Vorsprünge, die sog. Schmelzfalten. Die paarzehigen H. werden wieder eingeteilt in Artiodactyla pachydermata (dickhäutige Paarzeher), bestehend aus den (lebenden) Familien der zuidae (Schweine, s. d.) und Hippopotamidae (Nilpferde, s. d.), und in Artiodactyla ruminantia (Wiederkäuer, d.). 2) Die Perissodactyla oder unpaarzehigen H. (Unpaarzeher); bei diesen sind die Zehen unpaar, nämlich fünf, drei oder eine, die Mittelzehe stets vorhanden. Diese Gruppe setzt sich zusammen aus drei Untergruppen: den Tapiridae (Tapire, s. d.), Rhinoceridae (Nashörner, s. d.) und den Equidae (Pferden oder Einhufern, s. d.). Diese drei Untergruppen sind durch zahlreiche ausgestorbene Übergänge, die namentlich zwischen Tapiren und ferden unter successivem Schwund der äußern ehen auftreten, mannigfach miteinander verbunden. Von den lebenden Einhufern sind folgende Formen besonders bemerkenswert: der Dschiggetai (s. d., Equus hemionus, s. Tafel: Einhufer, Fig. 1), der Esel (s. d., Equus asinus, Fig. 3), das Zebra (s. d., Equus zebra, Fig. 4) und der Tarpan (Fig. 5, s. unter Pferd). Die Elefanten (s. d.), die man früher den H. zuzählte, hat man jetzt auf Grund entwickelungsgeschichtlicher Untersuchungen zu einer vollkommen selbständigen Säugetierordnung (Proboscidea, Rüsselträger) erhoben.