FeedHunde (Canidae)
TierreichBrockhaus 1882

Hunde (Canidae), eine aus 54 Arten bestehende Familie von Säugetieren aus der Ordnung der reißenden oder Raubtiere, die alle so bestimmte gemeinsame Charaktere besitzen, daß die verschiedenen Gattungen, in die man sie gebracht hat, mit wenig Ausnahmen wertlos sind. Das Gebiß der H. zeigt 42 Zähne, nämlich oben und unten sechs Schneidezähne, jederseits oben und unten einen großen Eckzahn, oben drei, unten vier Backenzähne, einen großen Reißzahn und hinter ihm oben und unten zwei Höckerzähne. Das Gebiß ist mithin ein geringer differenziertes Raubtiergebiß als das der Katzen, von denen sich auch die H. zugleich durch die nicht zurückziehbaren Krallen und die glatte Zunge unterscheiden. Die H. sind Zehengänger und haben an den vordern Füßen meist fünf, hinten vier Zehen, eine Afterdrüse fehlt, mit Ausnahme des Hyänenhundes (s. d.), allen. H. finden sich, mit Ausnahme Madagaskars, den Australischen Inseln, Neuseelands, den Inseln des Stillen Oceans und den Antillen, in der ganzen Welt, und gedeihen in den Tropen wie in den Polarländern, in der Ebene und den Gebirgen gleichmäßig gut. Bemerkenswerte wilde H. sind der gemeine Fuchs (s. Tafel: Wilde Hunde und Hyänen, Fig. 4), der olarfuchs (Fig. 1), der Fenek (Fig. 3), der Schakal (Fig. 2), der Wolf (Fig. 6), die nordamerik. Coyote oder Prairiewolf (Fig. 8), der dem Schakal im Habitus ähnlich ist. Der Ohren-Ga. (Fig. 11) bildet, wie der Hyänenhund Fig. 7), eine eigene Gattung der Hundefamilie, die sich vor allen nicht beuteltierartigen Säugetieren durch den Besitz eines vierten Backenzahns auszeichnet. Ein gleichfalls sehr sonderbares Tier ist der Waldhund (Leticyon venaticus) von Brasilien, der durch Schwimmhäute verbundene Zehen und im Unterkiefer größere Eckzähne als im Oberkiefer hat; von manchen Forschern wird er, aber wohl mit Unrecht, den Mardern beigezählt. Fossile H. finden sich im Tertiär namentlich Nordamerikas; in den jüngern Schichten sind es unzweifelhafte H., aber in den ältern zeigen sie merkwürdige Mischungen von Charakteren verschiedener Raubtierfamilien, sodaß Zwischenformen zwischen H. und Katze, H. und Bär, Marder u. s. w. zu Stande kommen. Der Dingo (Fig. 5) ist kaum ein wilder H., sondern ein erst mit den Menschen nach Australien gekommener und dort verwilderter H. Das Hundegeschlecht ist dem Menschen durch den Haushund (Canis familiaris), der unzweifelhaft das älteste Haustier ist, auf das innigste verbunden; mit dem Menschen hat sich der Haushund über die ganze Erde verbreitet und wußte sich mit der den Hundearten eigenen Anpassungsfähigkeit besser als jedes andere Haustier an die verschiedensten Verhältnisse zu gewöhnen. Über das Stammtier dieses nirgends im eigentlich wilden, aber hin und wieder im verwilderten Zustande vorkommenden Geschöpfs ist man bis jetzt vollständig noch nicht aufgeklärt, wenn es auch nach den Untersuchungen von Fitteles wahrscheinlich ist, daß verschiedene Rassengruppen von verschiedenen wilden Arten stammen. Fragt man die Vorgeschichte, so findet sich, daß der H. das erste Haustier war, welches der Mensch in Europa besaß, und daß in der Steinzeit überall, von Dänemark bis zu den Alpen, nur eine einzige, scharf charakterisierte, eher kleine als große Hunderasse vorkam, welche, nach Rütimeyers Untersuchungen, zwischen dem Wachtelhunde und dem Hühnerhunde, doch dem erstern näher stand. Diese ursprüngliche Hunderasse war also gewiß eine wilde, vom Menschen zuerst gezähmte Art. Die Vergleichung der Schädel zeigt, daß dieser Torfhund und seine Nachkommen, wohin die Spitze, Pommer, Dachs-⸗ und Wachtelhunde, Pintscher und Rattenfänger gehören, von dem noch jetzt wilden Schakal (Canis aureus) abstammen. Erst in denjenigen Pfahlbauten, welche auch Gegenstände von Metall (Bronze) finden lassen, zeigt sich ein großer, ebenfalls gezähmter Wolfshund, der mit den Schweiß⸗, Jagd⸗, Schäfer⸗, Wind⸗ und Vorstehhunden von dem indischen Wolfe (Canis pallipes) herstammt. Die auf den ägypt. Denkmälern dar-Eammen Doggen und der Straßenhund des Orients tammen von dem großen Schakal oder Dib (C. lupartes), die ägypt. Windhunde von dessen schlankerer Varietät (Canis Anthus) ab. In Amerika fanden die Entdecker schon zahme H., die, nach Tschudi, von den europäischen verschieden sein und eine eigene Art bilden sollen. D Australien und Neuseeland halb man ebenfalls bei der Entdeckung zahme oder halbwilde H. (Dingo, s. Tafel: Wilde deine w. und Hyänen, Fig. 5) vor. Da, wo eine wilden H. auf dem alten Kontinent vorkommen, gibt es auch keine zahmen, und da, wo die H. verwildern, wie im Orient, werden sie einander feis ähnlich und durch ihre spitzen Ohren, den teifgetragenen Schwanz, das struppige Haar dem akal ähnlich. Die Frage hinsichtlich der Abstammung unserer aushunde scheint also für die Rassen des alten ontinents vorläufig dahin gelöst, daß weder Wolf noch Fuchs an ihrer Bildung teilhatten, daß sie aber wenigstens drei wilden Hundearten entstammen, dem Schakal, dem Dib (in seinen Varietäten) und dem ind. Wolfe, Bheriah oder Gen 3a0 genannt, die sich leicht von dem Menschen zähmen ließen und später durch ihre Kreuzungen die verschiedenen Rassen erzeugten, die also alle mehr oder minder Bastarde und Blendlinge wären. Die Einteilung der Haushunde in Rassen ist nur von sehr bedingtem Werte; doch 3n d. sie sich der Übersichtlichkeit wegen nöthig. Von den über 70 Rassen und Spielarten, die man unterschieden hat, sind als besonders wichtig bedollhgar X. Hängeohrige Hunde. I. Wollhaarige. ) Der in verschiedenen Größen vorkommende Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IX. udel, der Repräsentant der Gelehrigkeit des undes, zur Jagd nur wenig benutzt. (S. Tafel: Hunderassen, Fig. 4.) 2) Der große Neufundländer (Fig. 2), wahrscheinlich eine Kreuung des Eskimohundes mit dem franz. Parforcebmn e, auf Neufundland selbst nur mehr verkümmert vorkommend. Der Besitz von Schwimmhäuten zwischen den Zehen und vererbte Anlage machen ihn zu einem vorzüglichen Schwimmer. 3) Der Bernhardiner (Fig. 3). Die frühere Rasse ist ausgestorben und eine neue herangezüchtet worden, bekannt durch ihre lebensrettende Thätigkeit auf den Alpenhospizen. 4) Der Leonberger Hund und die Tibetdogge (Fig. 1). II. Feines seidenartiges Haar besitzen der Wachtelhund (Fig. 8) und der Bologneser, beide Luxushunde, wenn auch ersterer manchmal zur Jagd verwendet wird. III. Jagdhunde. Zur Jagd auf größere Tiere wird der Bluthund (Fig. 6) verwendet, ebenso der engl. Hirsch- und deutsche Schweißhund (Fig. 7), während mit dem Der Borstebhun 9) und dem Hühnerhunde oder Vorstehunde (Fig. 5 und 11), welcher auch langhaarig sehr häufig ist, auf kleinere Tiere gepirscht wird. IV. Dachshunde (Fig. 10) besitzen meist gekrümmte Vorderbeine, doch kommt auch eine geradbeinige, wie noch eine zottige Rasse vor. Sie zeichnen sich durch hohe geistige Anlagen, aber häufig ebenso sehr durch ihren Eigensinn aus. Ihre außerordentlich feine Nase, sowie ihr muskelkräftiger Körper machen sie vorzüglich zum Aufstöbern des Dachses in seinem Bau geeignet. Die bewährtesten Dachshunde sind von mittlerer Größe und Brn. mit gelben Abzeichen. B. Hunde mit halbaufrechten, an der Spitze überhängenden Ohren. V. Doggen, äußerst kräftige, zum Teil plump gebaute Tiere, welche meistens als Hofhunde gehalten werden (Fig. 15 und 16). Bulldogge, Mastiff und Mops besitzen eine stark gefaltete Haut (Fig. 12, 13 und 14), während die deutsche und dän. Dogge Haßrü Formen und keine Hautfaltung zeigen. VI. Hatzrüden, stehen in der Form zwischen den Doggen und den Windhunden, sie werden nur noch Wir Teil als Jagdhunde verwendet. VII. Die Windhunde (Fig. 17, 18 und 19) vereinigen elegante Körperform mit großer Kraft, Schnelligkeit und hoch ausgebildeten Sinnen. Sie sind Dapbe zur Auffindung und Verfolgung des Wildes in offenem Terrain wie geschaffen; ihr oft unfolgsames Wesen mag größtenteils aus einem vererbten Freiheitstriebe zu erklären sein. Flughaarig sind der pers. und russ. Windhund, glatthaarig der große irländ., schott., afrik. und das engl. und ital. Windspiel; letztere beiden bedeutend kleiner. Als besonders hoch entwickelte Windhunde sind der ägyptische und grabische zu bezeichnen. VIII. Nackte Hunde schließen sich im Bau an die Windhunde an, werden jedoch selten größer als ein osch Afrika und Mittel- und Südamerika besitzen solche Hunde. C. Hunde mitaufrecht stehenden Ohren. IX. Haus- und Hirtenhunde, vorzüglich geeignet zur Bewachung von Haus und Hof, wie auch als Beistand des Schäfers. In der Regel ist er langhaarig (Fig. 21 und 22), doch kommen auch kurzhaarige Rassen vor. X. Der Spitzhund (Fig. 20), durch seine Wachsamkeit und seinen Humor ein treuer Freund des Menschen, ebenso sehr aber auch durch seine Bissigkeit dem Fremden gefährlich, meist einfarbig. Der chines. Spitz, der Bongo⸗ und Niam-Niamhund zählen ebenfalls hierher. XI. Pintscher (Fig. 23 und 24) sind sehr lebhafte und intelligente, zu allerlei Kunststücken abrichtungsfähige Tiere, von oft sehr drolligem Wesen. Zur Jagd wird fast nur der Zigeunerhund verwendet, während der glatthaarige Pintscher, der Bullterrier (Bulldoggenpintscher), sowie der rauhhaarige Affenpintscher und Rattenfänger angenehme Gesellschafter des Menschen, im Verein aber mit großen Hunden die besten Wächter für Haus und Hof abgeben; der mehr oder weniger hervortretenden Anlage zum Morden thun sie durch Jagd auf Ratten und Mäuse Genüge. Die Eigenschaft zu stehlen mögen sie von den Zigeunern überkommen haben. XII. Wolfshunde, in ihrer Gestalt den Wölfen äußerst ähnlich, 111 Jua immer einen gewissen Grad von Wildheit. In der Alten Welt sind sie vertreten durch den Kamtschatkahund, in der Neuen durch den Eskimohund (Fig. 25). Von Interesse ist noch der H. der Hasenindianer, welcher als eine Kreuzung zwischen H. und Polarfuchs erscheint. In Südamerika und im Orient finden sich verwilderte H. in großen Massen vor, welche bestimmte Rasseneigentümlichkeiten nicht mehr erkennen lassen und in der Regel als Pariahunde bezeichnet werden. Die Hündin wird zweimal im Jber meist im Frühjahr und Sommer, läufig. Die! runst dauert 9—14 Tage, die Tragezeit 9 Wochen. In der Regel werden mehrere Junge, bis zu 15 und 20, geworfen. Kleine H. werfen meist nur 1 oder 2, welche aber unverhältnismäßig groß sind und daher häufig ein Geburtshindernis abgeben. Bei der Geburt sind die Augen noch geschlossen, doch öffnen sie sich nach 10— 11 Tagen. Die Jungen werden 5 8 Monate lang gesäugt; im dritten bis vierten Monat beginnt der Zahnwechsel, der an den Schneidezähnen mit ,¾ — 1 Jahr beendet ist. Die beste Nahrung für junge H. ist die Muttermilch; das rtige Nah muß mit Vorsicht geschehen und dann kräftige Nahrung gereicht werden. Später werden Knochen eine unentbehrliche Zugabe zur Nahrung. Die Dressur muß so früh als möglich begonnen und konsequent mit strenger Milde durch-Sda werden, unnötige Roheiten verderben jeden H. Das Alter großer H. kann bis zu 30 J. betragen, während kleine selten über 10— 12 J. alt werden. Wie die übrigen Haustiere, so hat sich auch der H. in seiner Nahrung der Lebensweise des Menschen angepaßt, und ein großer Teil hat fast vollständig vergessen, daß er früher Fleischfresser ewesen, indem sich sein Magen an dieselbe Vieleitigkeit gewöhnt hat, wie der des Menschen. Ebenso wie bei diesem trifft man oft auf eine Verfeinerung des Geschmacks, welche die Besitzer in nicht geringe Verlegenheit versetzt, während andere wieder mit Aas, Abfällen und wie die nordischen H. mit Fischen in frischem und geräuchertem Zustande fürlieb nehmen müssen. Einmalige oder zweimalige, aber kräftige Mahlzeit genügt in der Regel, frisches Wasser aber muß jederzeit zur Verfügung stehen. Die Sinne der H. ind in der Regel sehr hoch entwickelt; besonders ein ist Geruch und Gehör, während das Gesicht in oft bedenklichem Grade zurücktritt. Bei einzelnen Rassen, welche sich vollständig an das Schmarotzertum beim Menschen gewöhnt haben, wie Möpse, Seidenpintscher u. s. w., sind auch erstere in viel geringerm Grade ausgebildet, während sie bei andern, wie den Hühnerhunden, durch künstliche Zuchtwahl bis zu einem oft wunderbaren Grade verfeinert sind. Bissigkeit und mürrisches Wesen zeichnet die Windhunde, oft auch die Doggen; Lust zum Vacieren den Dachs Treue, Anhänglichkeit und Klugheit die großen Doggen und Hühnerhunde, besonders aber den Pudel aus, bei dem sich auch noch ein drolliger Humor hinzufindet, wie er den Pintschern, Rattenfängern und Spitzen in so 3.6 Grade zu eigen ist. die Völker verschieden sind, unter welchen er lebt. Unter arktischen Völkern wird er als Zugtier benutzt, auf vielen Südsee⸗-Inseln gemästet und gegessen. Dem Feuerländer steht er bei im Fischfange und im Aufsuchen von Muscheln, und unter andern Völkern wird er zu den verschiedensten Arten von Jagd oder auch zu ungewöhnlichen häuslichen Diensten abgerichtet. In vielen Ländern so geschätzt als Haustier, daß man durch Gesetze gegen seine Vermehrung einschreiten mußte, gilt er anderwärts für ein unreines Geschöpf, dessen Nähe man sorgfältig meidet. Kein anderes Haustier entwickelt eine gleich große Abrichtungsfähigkeit und keins überrascht in demselben Verhältnisse wie der H. durch merkwürdige Spuren von Intelligenz; wenige sind aber auch so zahlreichen Krankheiten wie der H. unterworfen, unter denen die Hundswut (s. d.) eine der furchtbarsten ist. Der H. ist aber auch ein gemeingefährliches Geschöpf, weil er die größte Parasitenherberge ist, die im Tierreich überhaupt existiert. Ganz besonders kann er Schaden bringen, weil er in seinen Stirnhöhlen häufig das bentastoma taenioides (bandwurmähnlicher Fünfmund) wohnen läßt; dieser Schmarotzer bringt aber dem Menschen und auch ökonomischen Nutztieren durch seine ungeschlechtliche Vorstufe, durch das pentastoma denticulatum (gezähnelter Fünfmund), Schaden. Der H. ist ferner Träger von vier Bandwürmern, nämlich von Taenia echinococcus, Taenia serrata, Taenia coenurus, Taenia marginata. Werden Eier von Taenia echinococcus des H. von Menschen oder von Haustieren durch unglücklichen Zufall aufgenommen, so entstehen aus ihnen die in Leber und Lungen, aber auch in sonstigen Organen der neuen Wirte schmarotzenden Tierhülsenwürmer (Echinococcus polymorphus); verzehren Hasen oder Kaninchen Eier der Laenia serrata so entwickeln sich aus solchen die erbsenförmigen Finnen; aus Ciern der Laenia coenurus gehen innerhalb der Wiederkäuer die die Drehkrankheit verursachenden Gehirnquesen hervor; aus Ciern der Taenia marginata innerhalb der Wiederkäuer und Schweine, des Rot⸗ und Rehwildes, die langhalsige Finne; diese Würmer schädigen, wie solches Blasenwürmer (s. d.) zu thun pflegen. Auch die bei Räude und die bei Balgmilbenräude des H. thätigen Räudemilben und Balgmilben gehen auf Menschen über, pflanzliche Schmarotzer (Trichophyton tonsurans, s. unter Hautkrankheiten der Haustiere), die Hautkrankheiten bei H. hervorrufen, auf gesunde Menschen übergehen zu können; auch haftet ihm tmancherlei Ungeziefer und Unreinlichkeit an. Leicht lernt der H. stehlen, wird den Gespannen, dem Geflügel u. s. w. gefährlich, jagt für sich auf eigene Faust u. s. w. Kurz seine allgemeine Haltung ist emit 0 manchen, in die Civilisation nicht recht mehr passenden Unannehmlichkeiten verbunden, daß man sie durch Steuern, ja sogar durch Gesetze zu beschränken gesucht hat. Durch die Zeitfortschritte ist der H. +. ursprünglichen Bestimmung vielfach entfremet und mehrenteils zum bloßen Spielzeuge des Menschen geworden. Seine Zucht wird gewöhnlich ohne besondere Wahl, nur gelegentlich, selten gewerbsmäßig betrieben. Doch gibt es in Deutschland jetzt Zuchtvereine, sowie einige Hundezüchtereien, welche bestimmte Rassen in Reinzucht heranziehen, so z. B. in Zahna in der Provinz Sachsen, zu Leonberg in Württemberg, Mittweida in Sachsen u. s.w. Der männliche H. heißt Rüde, der weibliche Hündin oder Petze. Letztere wird zweimal im Jahre aläufischs und wirft gewöhnlich drei bis sechs Junge, welche blind zur Welt kommen und binnen einem Jahre ausgewachsen sind. Die Lebensdauer des H. ist, je nach der Rasse und Körpergröße, 7—15, auch ogar 30 Jahre. Nicht selten verfällt er in seinen tzten Lebensjahren marastischen Krankheiten. Die Naturgeschichte des H. ist so vielfach bearbeitet worden, daß sie ein eigenes Fach der zoolog. Litteratur bildet. Vgl. neben den Schriften Buffons besonders: Walther, „Der H., seine verschiedenen Reichen Varietäten und Geschichtes (Gieß. 1817); eichenbach, Der H.v (Lpz. 1835); Giebel, Tagesfragen aus der Naturgeschichtes (Berl. 1857); Berjeau, The varieties of dogso (Lond. 1863); Leo, „Der H.» (Karlsr. 1875); Fitzinger, Der H. und seine auerer (Tüb. 1876); Jeitteles, Die Stammväter unserer Hunderassen»(Wien 1877); Schmiedeberg gibt eine Zeitschrift Der H. Organ u. s. w. (Lpz. 1875 fg.) heraus. Die deutschen Rassen wurden am besten von Riedinger, die französiudet. Buffon, die englischen von Landseer abgebildet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 464Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Tafeln zum Artikel 2

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Tierreich 6