FeedHunyady (Joh.)
GeschichteBrockhaus 1882

Hunyady (Joh.), berühmter ungar. Held, von rumän. Abkunft, wurde 1387 zu Hunyad in Siebenbürgen geboren. H. zeichnete sich schon unter Sigismund aus. König Albrecht II. ernannte ihn 1438 zum Banus von Severin, wo er Gelegenheit fand, sich Ruhm gegen die Türken zu erwerben. Nach Albrechts Tode erklärte sich H. für Wladislaw J. gegen die Königswitwe Elisabeth. Er wurde 1442 mit Nikolaus Ujlaki Wojwode von Siebenbürgen und erfocht einen am Ruhm Sieg über die Türken. Mit noch größerm Ruhm kämpfte er gegen diese w1443, indem er sie über den Balkan zurückdrängte. Der Papst meinte nun, die Türken aus ganz Europa vertreiben zu können, aber Wladislaw I. schloß mit denselben einen zehnjährigen Waffenstillstand, den auch H. billigte. Der päpstl. Legat fand darin einen Verrat an der Christenheit, und der Waffenstillstand wurde gebrochen. H. führte das ungar. Heer bis Varna am Schwarzen Meer. Die Schlacht, die er hier 10. Nov. 1444 lieferte, ging verloren. Wladislaw I. fiel und H. übernahm als Reichsstatthalter für den nachgeborenen Sohn Elisabeths, Wladislaw V., die Verwaltung Ungarns, das er mit großem Geschick gegen die wiederholten Einfälle der Türken verteidigte. Zwar wurde er im Oktober 1448 in Serbien gänzlich eschlagen und gefangen. Nachdem er aber auf Für-Iprache der ungar. Stände seine Freiheit wiedererlangt, ließ er zunächst den serb. Despoten seine anze Rache empfinden, bis die Stände 1451 einen Frieden vermittelten. Nachdem Wladislaw V. 1453 die Regierung selbst übernommen, sah sich H. in arge Händel mit dem ihm feindlichen Grafen Cilley verwickelt. Indessen bewährte er noch einmal Rinen alten Ruhm gegen die Türken durch die dahnen bert Verteidigung Belgrads und einen ühnen Überfall des türk. Lagers, der den Sultan Mohammed II. zum Rückzug zwang. H. starb zu Semlin 11. Aug. 1456. — Sein ältester Sohn. Wladislaw H., wurde, weil er bei einem Streit mit dem Erzfeind seines Vaters, dem Grafen Ulrich CEilley, diesen getötet hatte, zu Ofen 16. März 1457 hingerichtet. Der zweite Sohn, Matthias H., gelangte 1458 als Matthias I. (s. d.) auf den ungar. Thron. Vgl. Teleki, A Hunyadiah Kora (Das Zeitalter der Hunyadyn, Pest 1852 —56). Die Thaten und Schicksale des Geschlechts der Hunyady sind von ungar. und deutschen Schriftstellern, Historikern und Dichtern vielfach behandelt worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 476Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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