Heinrich II. oder der Fromme, Herzog von Schlesien und Großfürst von Polen, ein Sohn — Heinrichs I. oder des Bärtigen und der eil. Hedwig, suchte bei seinem Regierungsantritt 1239 zunächst Polen, wo sein Vater 1225 zum Herrscher erwählt worden war, vor den Mongolen zu schützen, und als ihm dies nicht gelang, verteidigte er wenigstens seine schles. Erblande. Er fiel gegen sie 9. April 1241 in der unglücklichen Schlacht bei Wahlstadt oder Liegnitz. Seine Söhne konnten nicht nur nicht Polen behaupten, sondern gerieten auch wegen Schlesien in Streitigkeiten, welche 1248 damit endeten, daß Boleslaw II. 1248 Liegnitz mit Glogau von Heinrich III. gegen Breslau eintauschte, Glogau aber 1251 dem dritten Bruder Konrad überlassen mußte. Riwelte E Raspe, Landgraf von Thüringen, der zweite Sohn des Landgrafen Hermann I., verdrängte, trotz aller Vorstellungen des edeln Walther von Vargula, nach dem Tode seines ältern regierenden Bruders, Ludwigs des Frommen, dessen Gemahlin, die heil. Clisabeth (s. d.), samt ihren Kindern und maßte sich die Herrschaft seines Neffen und Mündels, Hermanns II., an. Zwar überließ er diesem, als derselbe 1239 mündig geworden, die Landgrafschaft Thüringen mit Hessen und behielt nur die Pfalzgrafschaft Sachsen; allein der plötzliche Tod Hermanns II. 1241 wurde, vielleicht nicht ohne Grund, dem herrschsüchtigen Oheim, der ihn beerbte, zur Last gelegt. Mehr als nach innen war H. von nun an nach außen hin thätig. Er stand den Böhmen gegen die einbrechenden Mongolen bei; gleichzeitig wurde er 1242 Reichsverweser für den Sohn Kaiser Friedrichs II., den jungen Konrad. Als der Papst den Kaiser 1245 mit dem Bann belegt hatte, wurde H. auf einer größtenteils aus geistlichen Fürsten bestehenden Reichsversammlung zu Würzburg im Mai 1246 zum König ausgerufen, deshalb aber auch spottweise der Pfaffenkönig genannt. Mittels päpstl. Gelder sammelte er ein großes Heer und brachte seinem Gegner, dem König Konrad, im Aug. 1246 eine Niederlage bei, erkrankte aber während der Belagerung von Ulm und starb kinderlos auf der Wartburg 16. Febr. 1247. Mit ihm schloß sich die mit Ludwig dem Bärtigen beginnende Reihe der aus fränk. Königsstamme entsprossenen thüring. Ludovinger, und um sein reiches Erbe erhob sich der thüring. Erbfolgestreit.