Huy (vläm. Hoey), Stadt in der belg. Provinz Lüttich, an beiden Ufern der Maas und des hier in die Maas mündenden Hoyoux, Station der Linie Lüttich-Namur der Nordbelgischen Bahnen, hat 12594 E., ein Gericht erster Instanz, ein Gymnasium und bedeutende Fabriken, besonders in Papier und Eisenblech, sowie Eisengießerei und Branntweinbrennerei, auch erheblichen Weinbau und jährlich einen großen Viehmarkt, von Deutschen der Pferde wegen stark besucht. In der Nähe befinden sich mehrere Mineralquellen, Eisen⸗, Zink⸗ und Steinkohlengruben, mit deren Erzeugnissen die Bewohner Handel treiben. Von den Gebäuden sind bloß die 1311 begonnene, nach einem Brande Anfang des 16. Jahrh. restaurierte got. Kollegiatkirche mit einer Einsetzrose von seltener Farbenpracht und schönem Westportal, sowie die gegenwärtig als Staatsgefängnis dienende, die ganze Gegend malerisch beherrschende und 1822 errichtete Citadelle nennenswert. Letztere, ein bastioniertes, stark kasemattiertes Viereck bildend und mit Terrassenbatterien zum Thale abfallend, steht an der Stelle der alten, 1718 von den Holländern geschleiften Festung. Auf der Promenade an der Maas erhebt sich ein 1868 errichtetes Standbild des 1794 in H. B. Grese belg. Staatsmannes Jos. Lebeau, von „Geefs. — Die Stadt H. wurde 1595 von Harauguiere im Namen der Generalstaaten, 1675 von den Franzosen unter Marschall Crequi, 1693 von diesen unter Villeroi, endlich 22. Aug. 1703 durch den Herzog Marlborough und Coehoorn erobert. In einer der Vorstädte stand früher die Abtei Neufmoustier „wochepen⸗ von Peter dem Einsiedler gegründet, welcher hier auch begraben wurde. Im Garten der alten Abtei ist ihm 1858 ein Standbild errichtet worden.