FeedHuydecoper (Balthazar)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Huydecoper (Balthazar), holländ. an heule scher und Dichter, geb. 1695 zu Amsterdam, bekleidete in seiner Vaterstadt das Amt eines Schöffen und starb daselbst 21. Sept. 1778. Als Dichter versuchte er sich in vier Trauerspielen: De triompherende standvastigheid, of verijdelde wraakzuchto (Amsterd. 1717), nach Calprenèdes Roman Kleopatra; Edipusp (1720), nach P. Corneille; Achilleso (1719); Arsacesd (1722). Ferner lieferte er 1726 eine prosaische und 1737 eine metrische Übersetzung von Horaz' Satirend und Briefenv. Eine Sammlung seiner Gedichte erschien nach seinem Tode (Amsterd. 1788). Zehn lat. Gedichte von ihm hat van Santen in die Deliciae poeticaes (Leid. 1796) aufgenommen. Bedeutendere Verdienste hat H. als Sprachforscher. Seine Anmerkungen zu Bondels Übersetzung von Ovids Metamorphoseno (Proeve van taal en dichtkunde, in vrijmoedige aanmerkingen op Vondel's herscheppingen van Ovidiuso, Amsterd. 1730; neue verbesserte Ausg. durch Lelijveld und Hinlopen, 4Bde., Leid. 1782—91) und seine Ausgabe und Erläuterung der Reimchronik des Melis Stoke (3 Bde., Leid. 1772) dürfen neben den Arbeiten Lambert ten Kates als der Anfang der wissenschaftlich nationalen Sprachforschung in den Niederlanden gelten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 488Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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