FeedHydaspes
AllerleiBrockhaus 1882

Hydaspes (aus dem Sanskrit Vitasta) ist der alte Name des westlichsten Porder im jetzigen Pendschab (Fünfwasserland) in Vorderindien; sein jetzier Name ist Behat und Djelum. Er fällt in den hentigen Tschinäb, einst Tschandrabhäghä (Mondteil), der früher in Sandrophagos hellenisiert wurde, aber durch Alexander, der in diesem so veränderten Namen das Wort Alexanderfressero zu erkennen glaubte, den Namen Akesines erhielt. Der heutige Name Tschinäb (Sammelwasser) kommt von der Vereinigung des Tschandrabhägha und des Süryabhäghä (Sonnenteil). Der H. und der Akesines vereinigen sich mit dem östlichern Rawi (sanskr. Irävati, grch. Hyarotis); dieser ebenfalls Akesines oder Tschinäb genannte niH. Strom vereinigt sich weiter südlich mit dem Byas (Beja, sanskr. Vipäca, grch. Hyphasis), der schon lange vor dem Zusammenflusse den von allen diesen Strömen am östlichsten fließenden Setledsch (sanskr. Bereimtan grch. Hesydrus) aufgenommen hat. Die ereinigung des Akesines und des Hyphasis nun bei n Fünfstrom (sanskr. Pantschanada) und fällt ei Mutton in den Indus. Alle diese Ströme erlangten durch den Zug Alexanders (327—326 v. Chr.) eine histor. Bedeutung. Alexander (s. d.) überschritt den Indus, H., Akesines, Hyarotis, Hyphasis und wurde bei der Vereinigung des letztern mit dem Hesydrus von dem Heere genötigt, nordwestlich bis an den H. umzukehren und von da aus dem Laufe des H. und des Indus bis an das Meer zu folgen. Ein Teil des Heers segelte auf etwa 2000 auf dem H. erbauten Schiffen durch den Indus in den Indischen Ocean unter dem Befehl des Nearchos. Auf beiden Seiten des H. hatte Alexander Städte gegründet, Bucephalia, zu Ehren seines Streitrosses Bucephalus, und Nicäa, zu Ehren des Sieges, den er über Porus erfochten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 492Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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