Hydrooxygéengas, Gemisch von 1 Volum Sauerstoff und 2 Volum Wasserstoff. (S. Knallgas.) Hydrooxygéngas-Mikroskop ist eine Art von Mikroskopen, bei welchen man sich der Flamme einer Mischung von Wasserstoffgas und Sauerstoffgas, nämlich des sog. Knallgases, als Beleuchtungsmittel bedient. Bei den gewöhnlichen Mikrostopen ist die Vergrößerung nur immer für einen Dardelun auf einmal sichtbar. Zu vergrößerten Darstellungen der mikroskopischen Bilder vor einer das letztere. Das objektive Bild des mikroskopischen Objekts wird durch ein achromatisches System mikroskopischer Linsen Lstark vergrößert, auf eine weiße Wand oder auf eine gespannte, durchscheinende, weiße Leinwand geworfen und dadurch einer größern Menge von Beobachtern gleichzeitig sichtbar. Da jedoch durch die Vergrößerung das anfänglich sehr intensive Sonnenlicht bedeutend geschwächt wird, so erscheinen die Bilder um so undeutlicher, je stärker die Vergrößerung ist. Zugleich ist die Darstellung solcher Bilder immer an das Sonnenlicht gebunden, also bei trübem Wetter oder am Abend unmöglich. Dies führte darauf, das Sonnenlicht durch das künstliche Licht intensiv leuchtender Lampen zu ersetzen LLampenmikroskop). Man nennt derartige Mikroskope, deren objektives Bild von vielen zugleich gesehen werden kann, objektive oder Bildmikroskope. Die Entdeckung Drummonds, daß die Leuchtkraft einer Weingeistflamme, in welche ein Strom Sauerstoff geblasen wird, bedeutend verstärkt wird, wenn man diese Flamme auf ein Stückchen gebrannten Kalk leitet, gab ein Mittel zur Hervorbringung eines äußerst kräftigen Lichts, und letzteres wurde dadurch noch verstärkt, daß man statt des Weingeistes Wasserstoffgas anwendete. Wird die Flamme eines solchen Knallgasgebläses auf einen kleinen Kalkeylinder geleitet, so erzeugt sich ein Licht, welches das Licht einer gewöhnlichen Kerze mehr als hundertmal an Stärke übertrifft. Ausgerüstet mit diesem höchst intensiven Licht, konstruierte nun John Carry 1832 das erste H., indem er in zwei abgesonderten Gasometern Sauerstoffgas und Wasserstoffgas aufbewahrte, beide Gase im Verhältnis von eins zu zwei in einem Sammelrohr mischte und beide dann gegen einen kleinen Kalkcylinder, der jedoch nach einiger Zeit erneut werden muß, leitete; später wurde diese Gaszuleitungsröhre von Daniell verbessert (Daniellscher Hahn). Als H. bedient man sich eines wie das Sonnenmikroskop (Fig. 1) konstruierten Apparats; es bleibt jedoch dann der Heliostat (s. d.), d. i. der Planspiegel Msamt zugehöriger gamen Aweg und nur der Teil BE wird in den asten gesteckt, der die Lichtquelle enthält. Die Strahlen der letztern leitet man durch die bereits erwähnte große Beleuchtungslinse — den mikroskopischen Gegenstand. Von diesem letztern wird dann durch ein System mikroskopischer und achromatischer Glaslinsen auf einer weißen Wand ein stark vergrößertes Bild erzeugt, welchem jedoch Schärfe und Deutlichkeit fehlen. Wird statt des Drummondschen Hydrooxygenkalklichts das elektrische Bogenlicht angewendet, so hat man ein photoelektrisches Mikroskop. Das einfachste Schema aller dieser Bildmikroskope ist gegeben, wenn man sich (Fig. 2) eine konvexe Linse von kurzer Brennweite vorstellt, welche so wirkt wie das Linsensystem L in Fig. 1. Eine Sammellinse 0O (Fig. 2) von kurzer Brennweite erzeugt nämlich von dem mikrostopischen Objekt ab, welches vor dem Brennyunkt F., aber diesem nahe liegt, jenseit der Linse O ein umgekehrtes und vergrößertes Bild BA, welches an einer weißen Wand aufgefangen wird. Von dem Objekt ab befindet sich die in der Zeichnung weggelassene große Beleuchtungslinse. Das zwischen zwei Glasplättchen Lunse 1 Objekt wird kurz vor dem Brennpunkt der Linse L(Fig. 1) zwischen federnde Metallscheiben m geklemmt und läßt sich mittels des Schraubenkopfs C der Linse L nähern und davon entfernen, bis das riesige Bild auf das deutlichste erscheint. Undurchsichtige Objekte erfordern eigentümliche Beleuchtungsvorrichtungen welche es ermöglichen, daß die Gegenstände auf jener Seite kräftig erhellt werden, die der Linse O (Fig. 2) zugewendet ist. Je kleiner die Brennweite der Linse O (resp. Linse L, Fig. , je näher das Objekt dem Brennpunkte F liegt, und je weiter die Wand vom H. entfernt ist, desto größer erscheint das Bild. Die Vergrößerung wird gewöhnlich im Kubus angegeben, während sie nur linear oder höchstens im Quadrat angeführt werden sollte. Derartige Mikroskope haben, weil sie keine scharfen Bilder zu liefern vermögen, nur einen populär belehrenden Zweck. Bei der pariser Belagerung (1870/71) erwiesen sie sich jedoch nützlich zur vergrößernden, von vielen lesbaren Projektion der mittels Taubenpost angelangten mikroskopischen Depeschen.