FeedAcetylen
NaturlehreBrockhaus 1882

Acetylen, ein gasförmiger Kohlenwasserstoff von der Zusammensetzung CHa, von E. Davy zuerst beobachtet, namentlich von Berthelot genauer studiert, bildet sich unter sehr verschiedenen Umständen; so bei der unvollkommenen Verbrennung mancher organischer Verbindungen, von Leuchtgas, ferner direkt aus seinen Elementen, wenn man in einer Atmosphäre von Wasserstoff zwischen Spitzen von gereinigter Gaskohle den Funkenstrom des Der be tionsapparates überschlagen läßt; nach 10 Waf bei der Zersetzung von Kohlenstoffcalcium durch Wasser. Es findet sich spurenweise im Steinkohlengase, in reichlicherer Menge im Petroleumgase. Das A. ist bislang nur in Gasform bekannt, hat einen sehr unangenehmen Geruch, spezifisches Gewicht 0,2. Verbrennt mit stark leuchtender rußender Flamme, bringt beim Einatmen Vergiftungs⸗, Erstickungserscheinungen hervor, da es sich mit dem Hämoglobin des Blutes verbindet. Mit Chlorgas gemischt, Migeidn es schon im zerstreuten Tageslicht unter Abscheidung von Kohle. Mit ammonialalischen Lösungen von Silberoxyd⸗ und Kup eroxydulsalzen gibt es weiße, resp. braune Niederschläge, die beim Erwärmen zwischen 95 und 120° gewaltsam explodieren, aus denen aber beim Behandeln mit Säuren das unveränderte Gas abgeschieden werden kann. Beim Erhitzen verwandelt sich A. durch Kondensation in ein Gemisch von 1* polymerer Kohlenwasserstoffe: Benzol, Styrol, Reten u. a. Es verbindet sich mit Brom und Jod direkt zu Additionsprodukten, z. B. Acetylendibromür Ce H-Br. und Acetylentetrabromür Ca 2Br.; die entsprechendenChlorverbindungen können nur auf Umwegen dargestellt werden, da freies Chlor totale Zersetzung bewirkt. Aeethlsäure, Hun wie Essigsäure (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 99Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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