Hye (Ant., Freiherr von H.⸗Glunek), österr. Minister, geb. 26. Mai 1807 zu Gleink (Glunel), im Stift Kremsmünster, dann an der wiener Universität gebildet, wurde 1832 außerord., 1842 ord. Professor des Strafrechts in Wien. Als gefeierter akademischer Lehrer einflußreich bei der Jugend, war er ihr Wortführer in den Märztagen von 1848. Im Sommer desselben Jahres trat er in das Justizministerium, dem er ununterbrochen bis 1867 angehörte. Zugleich war er als jurist. Schriftsteller thätig. Er ist der Schöpfer des Strafcodex von 1852. Von Beust in das Kabinett berufen, war H. vom 27. Juni bis zum 30. Dez. 1867 Justizminister und Leiter des Unterrichtsministeriums. Seit 1869 Mitglied des Herrenhauses, ist H. ein hervorragendes und beredtes Mitglied der liberalen Partei. H. ist ständiger Referent des Reichsgerichts und gibt eine Sammlung der Entscheidungen des Reichsgerichtso heraus.