Hugo der Große, Graf von Vermandois seit 1080 durch seine Gemahlin, war der Sohn Heinrichs I. und der Bruder Philipps I. von Frankreich, aus dem Hause der Capetinger. Er beteiligte sich am ersten Kreuzzug 1096 und ging über Italien nach Durazzo, wo er auf Befehl des byzant. Kaisers Alexius I., den er durch seinen Hochmut beleidigt hatte, gefangen wurde. Nach längerer Haft in Konstantinopel freigelassen, schloß er sich einem Kreuzheere unter dem Herzog Welf IV. von Bayern u. a. an, welches 1101 dem neugegründeten Königreich Jerusalem Hilfe bringen wollte, aber in Kleinasien von den Türken fast ganz vernichtet ward. H. entkam zwar, starb aber zu Tarsus 18. Okt. 1101.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 442Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei