Hyperbolos, athenischer Volksredner, gehörte während der ersten Hälfte des Peloponnesischen Kriegs zu den Männern des gewerblichen, wohlhabenden Bürgertums, die (wie namentlich Kleon) neben dem alten Adel an der Staatsleitung sich zu beteiligen suchten. Von niederer Abkunft, aber als Töpfer, Fabrikant von Lampen und Lampenhändler reich geworden, hatte er neben Kleon seine Laufbahn nach Art dieser Volksredner als ore licher Ankläger begonnen. Nach Kleons Tode (422 v. Chr.) trat er als Führer der radikalen Oposition des Kleinbürgertums im Demos in den ordergrund. Da er jedoch viel unbedeutender war als Kleon, so konnte er weder gegenüber der Aristokratie unter Nikias, noch gegenüber der demokratischen Politik des Alcibiades Terrain gewinnen. Von den polit. Komödiendichtern Eupolis, Hermippos und Platon rücksichtslos verhöhnt, wurde er 418 v. Chr. durch Vereinigung seiner polit. Gegner durch Ostrazismus aus Athen entfernt. Er wurde 411 v. Chr. als Verbannter auf der Insel Samos ermordet.