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ErdkundeBrockhaus 1882

Ilmenau, Stadt im Großherzogtum Sachsen— Weimar, an der Nordseite des Thüringerwaldes und an der Ilm 477 müber dem Meere gelegen, Knotenpunkt der Linie Dietendorf-J. der Preuß. Staatsbahnen und der Sekundärbahn J.⸗Großbreitenbach, ist Sitz eines Amtsgerichts und zählt (1880) 4593 E. Die Stadt hat zwei Kirchen, Fabriken für Porzellan, Papiermachéwaren, Terralithfiguren, Attrapen, Buch- und Steindruckfarben, Schuhe, Handschuhe; ferner eine Glashütte, mehrere Glasbläsereien (Thermometer, Barometer, chem. und physik. Geräte), Gerbereien und Leimsiederei. Früher trieb I. bedeutenden Bergbau auf silberhaltigen Kupferschiefer; jetzt werden noch in der Nähe Braunstein, Flußspat, Schwerspat und Steinkohlen gewonnen. Eine andere Erwerbsquelle hat sich dem Orte in der 1838 begründeten Kaltwasserheilanstalt eröffnet, zu welcher 1851 Kiefernadelbäder gekommen sind; 1866 wurde ein neues Badehaus erbaut, mit Pension für Kaltwasserkuren, Kiefernadelbäder, künstliche Mineralbäder und Anwendung der Elektricität. J. gehörte einst den Grafen von Käfernburg. Die Burg J. wurde 1290 auf Befehl Kaiser Rudolfs von Habsburg zerstört. Der Ort gehörte 1343— 1585 zur Grafschaft Henneberg und seit 1660 zu Sachsen-Weimar. Südwestlich über J. erhebt sich der Gickelhahn (s. d.). Vgl. Fils, „Bad J. und seine Umgegend » (2. Aufl., Hildburgh. 1873); Lausch, „J. und seine Umgebung » (2. Aufl., Gotha 1883).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 544Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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