Hildburghausen, ehemalige Residenzstadt des Herzogs von Sachsen-H., seit 1826 zum Herzogtum Sachsen-Meiningen gehörig, Kreishauptstadt, liegt rechts an der Werra, 372 meüber dem Meere, am südl. Saume des Thüringerwaldes, in einem fruchtbaren Hochthale, ist Station der Linie Eisenach-Lichtenfels der Werrabahn, zählt (1880) 5453 E. (davon 110 Katholiken und 116 Juden), hat meist breite und regelmäßige Straßen und besteht aus der Altstadt, der Neustadt und zwei Vorstädten. Bemerkenswerte Gebäude sind: das Ende des 14. Jahrh. erbaute Rathaus mit zwei Türmen, das Regierungsgebäude (ietzt Sitz der Kreisbehörden und des Amtsgerichts), die nach dem großen Brande von 1779 im J. 1785 erbaute Stadtkirche, die ehemalige reform., jetzt kath. Neustädter Kirche und die Synagoge. Das ehemalige, 1685—95 aufgeführte Residenzschloß dient jetzt als Kaserne. m Schloßgarten (Irrgarten) befindet sich ein enkmal der Königin Luise von Preußen und in der Neustadt eins für die im Deutsch-Französischen Kriege von 1870—71 gefallenen Krieger. H. ist Sitz eines Amtsgerichts, der Kreisbehörden und anderer Behörden, hat ein Gymnasium und das Landesschullehrerseminar, mit dem seit 1843 auch eine Taubstummenanstalt in Verbindung steht, ein Technikum für Bau⸗ und Maschinentechniker (seit 1878) und eine Landwirtschaftsschule (seit 1882). Die Landesirrenanstalt erhielt 1865 ein schönes Gebäude am nordöstl. Ende der Stadt, das im Sinne des Cottagesystems erweitert wird. Es gibt Lzupd für Spielwaren, Porzellanknöpfe, Drechser⸗ und Bildhauerarbeiten aus Holz, Puppenköpfe, Liqueur, Lebkuchen, physik. Glasinstrumente, landwirtschaftliche Maschinen, Feuerspritzen und Bierpumpapparate, Brauerei-Einrichtungen, Holzdrehereien, Messerwaren; ferner Bierbrauereien, Gerbereien, Wassermühlen, Dampfschneidemühlen, eine Essig-⸗ und eine Etuifabrik, eine Fabrik kondensierter Suppen, eine Fabrik künstlicher Mineralwässer und drei großartige Ziegeleien mit Rundbrennöfen. Im Nordwesten der Stadt befinden sich Sand⸗ und Kalksteinbrüche. — Die Stadt geörte im 13. Jahrh. den Grafen von Henneberg, m im 14. Jahrh. als Brautschatz an den Burg-Aueree Albrecht von Nürnberg und als Mitgift für lbrechts Tochter an den Landgrafen Balthasar von Thüringen. Bei der Teilung 1445 erhielt sie Herzog Wilhelm und wurde 1683 Residenz der von Ernsts des Frommen Sohne, Ernst, gestifteten Linie Sachsen-H.