FeedIltisfelle
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Iltisfelle, die Bälge des Iltis (Mustella putorius), haben ein dichtes gelbliches Haar mit braunen oder schwärzlichen Spitzen, und dienen in den Winterfellen als leichtes Pelzwerk, zu Unterfutter, Verbrämungen, Mützen u. a., die langen Haare an Schwanz und Ohr auch zu Pinseln. Die besten Felle liefert die bayr. Hochebene, dann Holland, Norddeutschland, Dänemark, weniger gute Rußland, Polen, Ungarn. Gestreifte Iltisse (M. zorilla) kommen aus Südafrika, gefleckte oder Tigeriltisse (M. sarmatica), etwas 35 haarig, aus Südrußland. Der virginische tis oder Pekan, mit schöner, starker, dunkelbrauner Behaarung, stammt von einer Art Vielfraß (M. canadensis) in den Wäldern Canadas und wird in Rußland zu teuern Herrenpelzen (dort ilki, Einzahl ilka, genannt) verwendet. ltschi, Stadt in Ostturkestan, s. Khotan. lur, Dorf im Dekhan in Vorderindien, s. Ellora. lva, alter Name der Insel Elba. lversgehofen, Dorf in der preuß. Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Erfurt, an der Schmalen Gera, unmittelbar nördlich bei Erfurt, zählt (1880) 3282 E. Das 1855 hier aufgefundene Steinsalzlager besitzt 24 m Mächtigkeit; mit Hilfe von 6 Dampfmaschinen von 294 Pferdekraft werden jährlich an 400000 Ctr. Steinsalz gefördert und gemahlen. Eine Eisenbahn, ausschließlich für den Salztransport bestimmt, führt von den neuen Salinengebäuden nach Erfurt. Außerdem bestehen Fabriken für Cement, Mostrich, Beinschwarz, Lampen und Schwarzblechwaren. Uya des juges à Berlin (frz., d. h. es gibt lnoch! Richter in Berlin), ein Ausspruch, welcher gewöhnlich, aber durchaus unverbürgt, an den Prozeß des Besitzers einer Windmühle bei Sanssouci anknüpft, der dem Könige Friedrich II. den Verkauf derselben verweigert und bei der Drohung des Königs ausgerufen haben sollte: Ja wenn das berliner Kammergericht nicht wäre v. Der franz. Schriftsteller Andrieur behandelte dies in einer kleinen poetischen Erzählung Le meunier de Sans-Soucio (1797); der Vers aus derselben: „Oui, si nous navions pas de juges à Berlino, ist in der Abkürzung zum geflügelten Wort geworden, welches auch in Deutschland oft citiert wird. Eine pers. Version des Vorganges existiert bereits aus der Zeit Chosru-Anuschirwans (531—579.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 545Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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