Isländisches Moos oder Lungenmoos nennt man eine Pflanze aus der Klasse der Flechten, nämlich die isländische Tartschenflechte (Cetraria Islandica), welche im Norden Europas, in Island, Norwegen und Schweden im Flachlande häufig wächst, in Deutschland aber mehr auf Bergen gefunden wird, übrigens durch fast ganz Europa verbreitet ist. Sie bildet 4 10 em hohe dichte Rasen, welche aus einem meist aufrechten, unregelmäßig geschlitzten und gelappten, oben graugrünen oder bräunlichen, unterseits weißlichen Laube von lederartiger, etwas knorpeliger Sub-Bun besteht, mit linealischen, rinnigen, durch kur orstchen gewimperten Lappen. Die bei uns si iemlich selten entwickelnden Früchte bilden schüsselhrmiae, glänzend braune Organe, welche an den Rändern breiter Abschnitte des Laubes stehen. In Nordamerika dient das Isländische Moos als Nahrungsmittel, indem man ihm einen Teil seiner Bitterkeit mittels Einweichen in Wasser entzogen But Außer seinem magen⸗ und nervenstärkenden Bitterstoff (Cetrarin) enthält es viel Stärkemehl (Flechtenstärke, Lichenin) in seinen Zellen; in der Arzneikunde wird es bei verschiedenen Brustleiden, langwierigen Katarrhen, Blutspucken und Auszehrung angewendet und als Thee, als Gallerte oder auch mit Chokolade verbunden, welche man dann Mooschokolade nennt, gegeben. Namentlich erweist es sich in Verbindung mit Carragheenmoos (s. d.) und dem Wurzelstock des Engelsüßfarn (Volypodium) als Thee gegeben als ein sehr wirksames Mittel gegen Heiserkeit und Husten. (Vgl. Tafel: Flechten, Fig. 7.) ‚