Imamat, die Würde eines Imam (s. d.), vorzugsweise die aus der geschichtlichen Bedeutung des Imam als Kalifen sich ergebende eines Glaubensherrschers. Während die islamitische Orthodoxie jedes Familienvorrecht unter den Gläubigen, also auch ein von der Nachkommenschaft Mohammeds beanspruchtes, verleugnet, hatte der Satz, daß die geistlichen und weltlichen Befugnisse des Propheten nach seinem Tode auf seinen Schwiegersohn Ali und dessen Haus zu übertragen seien, schon in frühester Zeit Anhänger gefunden. Später bemächtigte sich die islamitische Mystik dieser Lehre. Man faßte jene Befugnisse unter dem Namen J. zusammen und behauptete, daß diese Würde von 11 Sprossen der Familie Ali, den Imamen, besessen worden sei, als deren berühmtester der Enkel Alis, Hussein, der Märtyrer von Kerbela, zu betrachten ist. An den noch erwarteten zwölften Imam, welcher den Beinamen el Mahdi, der (von Gott) geleitete, führen soll, knüpfen sich messianische Hoffnungen.