Imperator konnte bei den Römern im weitern Sinne jeder Magistrat heißen, der das Imperium (. d.) besaß, besonders wenn er den Oberbefehl im Felde führte. Regelmäßig pflegten den Titel die Feldherren nach erfochtenem Siege anzunehmen, gewöhnlich nachdem sie von den Soldaten als Imperatoren unter allgemeinem Zuruf begrüßt worden waren. Dann führte Cäsar diese Bezeichnung als regelmäßigen ständigen Titel vor seinen andern Titeln unmittelbar hinter dem Namen. Nach ihm nahm ihn (zuerst 40 v. Chr.) Octavian als Teil des von seinem Adoptivvater ererbten Namens an, und zwar als Vornamen, und hierauf führten ihn so außer Augusts nächsten Nachfolgern alle Kaiser, und zwar, nachdem bei Nero und seinen nächsten Nachfolgern in der Stellung des Namens noch einiges Schwanken geherrscht hatte, als einziges Pränomen oder auch vor ihrem sonstigen Vornamen. Da dieser Name die Kaiser als Inhaber des Imperiums bezeichnet, so wird er auch als Be— zeichnung der kaiserl. Gewalt betrachtet, während daneben der frühere Brauch noch immer in der Art fortbestand, daß die Kaiser jedesmal nach erfoch— tenen Siegen den Titel J. zum ersten, zweiten, dritten mal u. s. w. noch außerdem sich beilegten.