Infektionskrankheiten nennt man solche Krankheitsformen, die durch eine Infektion oder Ansteckung, d. i. durch die Aufnahme eines spezifisch wirkenden, giftähnlichen Stoffs in den Organismus entstehen. Von den Vergiftungen im gewöhnlichen Sinne unterscheiden sie sich hauptsächlich dadurch, daß die Gifte (s. d.) sofort nach ihrer Aufnahme in den Körper ihre schädlichen Wirkungen entfalten, wogegen die den J. zu Grunde liegenden pflanzlichen oder tierischen Keime erst nach einer gewissen Zeit, während der sie sich innerhalb des Körpers vervielfältigen oder reproduzieren (sog. Inkubationsstadium), mehr oder minder schwere Krankheitserscheinungen hervorrufen. Zu den J. rechnet man gewöhnlich die akuten fieberhaften Exantheme (Blattern, Masern, Scharlach), Typhus, Cholera, Gelbfieber, Pest, Ruhr, Diphtheritis und Wechselfieber, doch 1 manche Arzte auch die Pyämie, die Tuberkulose, die Syphilis und die sog. Tierkrankheiten oder Zoonosen (Hundswut, Rotz, Milzbrand) hierher. über Natur, Entstehung und Ausbreitung der diese Krankheiten hervorrufenden Giftstoffe s. Ansteckung, Kontagium und Miasma; über die Verbreitung der J. s. Epidemie, Endemie.