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TechnikBrockhaus 1882

In flore (in floribus, lat.), in Blüte; in Wohlstand; auch in Saus und Braus. ufluenz (elektrische), s. unter Elektricität, ufluenza (ital.), die Grippe (s. d.). ufluenza, eine ansteckende, von hohem Fieber begleitete Krankheit der Pferde. Man unterscheidet die Brustform der J. (epizootische Brustentzündung) und die sog. Pferdestaupe (Rotlaufform der J.). Die Symptome der J. wechseln in den einzelnen Fällen häufig; man erkennt die Krankit am schnellsten durch folgende Anzeichen: hohes ieber, Gelbfärbung der Bindehaut des Auges, hränen des Auges, vieles Schildern mit den Hinterfüßen, Verweigerung der Haferkörneraufnahme, während Heu und Kleie genossen wird, Atmungsstörung. Die J. verläuft in 3—5, seltener in 10—14 Tagen (Brustform); das Uberstehen von Nachkrankheiten oder die Rekonvalescenz erfordern etwa noch 14 Tage. Die Natur heilt diese Krankheit am besten, ohne Zuthun von Kunst-Pier kommen die meisten Genesungsfälle vor; der ferdebesitzer muß nur gleich bei Beginn der J. die krankgewordenen Pferde außer Dienst stellen und sie in einem recht luftigen Stalle unterbringen. Gesehr hohes Fieber nützt Brechweinstein oder falicpisaures Natron (15 — 20 g im Saufwasser gelöst, pro Pferd und Tag); gegen Brustfell⸗ Lungenentzündung sind Senfteige, an die Brustwandungen appliziert, zu benutzen. Ställe, in welchen influenzakranke Pferde gestanden haben, sind zu lüften und leicht zu desinfizieren. ufluenzmaschine (Elektro-Influenzmasin Elektromaschine, Elektrophormachine) heißt eine von Holtz und Töpler fast gleichzeitig (1864) erfundene Clektrisiermaschine, bei welcher anfänglich schwache Reibungselektricität verteilend oder influenzierend ins Spiel kommt, und mittels welcher dann durch weitere elektrische Verteilung (Influenz) starke Elektricitätsmengen erzeugt werden. Die J. von Holtz hat die weiteste Verbreitung gefunden. Ihre Hauptbestandteile sind (wie nachstehende Fig. 1 und 2 aßeehn eine wohlefirnißte Glasscheibe B, die mittels eines einfachen echanismus in sehr schnelle Rotation um die Achse O versetzt werden kann. In geringem Abstande mm) von dieser steht parallel eine zweite, etwas größere, gut gefirnißte Glasscheibe A. Diese fix bleibende Glasscheibe A besitzt in ihrer halben Höhe rechts und links vom Rande je einen Ausschnitt a und al, dessen Saum teilweise mit Papier ms und m's belegt ist, das in eine Spitze s und s ausläuft, welche in jenen Ausschnitt hineinragt. Vor der Drehscheibe B, gegenüber den beiden Papierbelegungen, liegt je ein messingener Saugkamm S und 8i. Von diesen Kämmen oder Rechen führen Messingstäbchen zu den beiden Konduktoren K und *' der Maschine. Bringt man einer jener Papierspitzen, z. B. jener beies, ein geriebenes, mithin negativ elektrisches Stück Hartgummi nahe, so wird die Pa-Dele mami mit negativer Elektricität geladen. ese neaative Elektricität wirkt durch die Glascheibe Bverteilend auf den Saugkamm 8§, die poitive Elektricität wird angezogen und strömt auf zie gegenüberliegenden Stellen der Glasscheibe B iber, von wo sie die Papierbelegung ms derart nfluenziert, daß ihre negative Elektricität verstärkt vird, indem ihre abgestoßene positive Elektricität ms der Papierspitze auf die ihr zugewendete Seite der Glasscheibe überströmt. Im Finstern kann nan die Lichtbüschel dieser aus den Spitzen nach den Gegenstellen der Glasscheibe B strömenden positiven Clektricität sehen. Auch die elektroskopische Untersuchung zeigt dasselbe. Da sich zu Anfang des Versuchs die beiden Konduktoren k und k. der Maschine berühren müssen, so wird die influenzierte negative Elektricität bis an die Spitzen des zweiten Saugkammes 8“ abgestoßen. Hier erfolgt nun der entgegengesetzte elektrische Prozeß, wodurch die Papierbelegung m's' positive Elektricität, die rotierbare Scheibe B an den Gegenstellen der beiden Seiten negative Elektricität erhalten, was man an den Lichtpünktchen dieser Stellen der Glasscheibe B erkennt. Wenn man jetzt die Scheibe B in der Richtung Keche die Spitzen der aufachen Mechant um die chse C mittels eines einfachen Mechanismus in Rotation versetzt, so wiederholt sich vor jeder Belegung der oben besprochene elektrische Prozeß derart, daß die untere halbe Scheibe, welche vor der negativ-elektrischen Belegung vorbeigekommen ist, einen halben Kreisring von der Breite der Saugkämme hat, welcher auf beiden Seiten positiv elektrisch ist, während die obere halbe Scheibe, die bei der positiven Belegung vorübergedreht wurde, auf beiden Seiten negative Elektricität besitzt. Bei fernerer Rotation der Scheibe kommt bei der mische der negativen Belegung ms der negativ elektrische Halbring der Glasscheibe vorüber. Die Spitze der negativ-elektrischen Belegung ms strömt positive Clektricität gegen den negativ ⸗elektrischen Ring aus und neutralisirt ihn, wodurch die Stärke der negativen Clektricität an der Belegung ms gesteigert wird. Das Entgegengesetzte geschieht bei der positiven Belegung mis. Infolge dieses sich wiederholenden Vorgangs steigert sich die Dichtigkeit und Spannung (das Potential) der entgegengesetzten Elektricitäten auf den Belegungen und auf der sehr schnell rotierenden Scheibe derart, daß schon nach einigen Umläufen der Glasscheibe die Konduktoren K und k ziemlich weit voneinander entsernt werden können, wobei an der Unterbrechungsstelle reichlich elektrische Lichtentladungen auftreten, indem sich die negative Elektricität von k mit der positiven von k vereinigt. Hat man jedoch die beiden Konduktoren zu weit voneinander entfernt, so strömen ihre Elektricitäten auf die rotierende Scheibe über, und es kann eine Neutralisierung der Elektricitäten auf der Scheibe und in den Belegungen erfolgen, sodaß das Spiel der Maschine aufhört. ö Durch Einschaltung eines Kondensationsapparats (s. d.), kondensierender Röhren, Leidener Flaschen u. s. w. läßt sich die elektrische Spannung, d. i. das elektrische Potential der Pole dieser Maschine sehr bedeutend erhöhen. Weil bei der J. die rotierende Scheibe, wie der Kuchen des Elektrohors, die Saugkämme wie dessen Deckel wirken, 0 hat man diese Maschinen auch Clektrophormaschinen genannt. Da bei der J. auf der rotierenden Scheibe unweit voneinander entgegengesetzte Elektricitäten von hoher Dichtigkeit vorhanden sind, ferner an der fixen Scheibe die elektrischen Belegungen und die Pole der Maschine wohl isoliert voneinander sein müssen, so vermehrt man durch Trocknung der Glasscheiben und der Isolierucke die Leistung der Maschine, es dient hierzu e Bestrahlung mittels einer Petroleumflamme u. dgl. m. Auch das erwähnte Befirnissen der Glasscheiben erfolgt, um sie gegen die leitende Dare des; unempfindlicher zu machen, indem die arze des Firnisses weniger hygroskopisch sind als das Glas. Um Unregelmäßigkeiten der Entladung bei zu weitem Auseinanderziehen der Konduktoren K und k zu vermeiden, bringt man in passender Weise Nebenkonduktoren an. Ferner werden zuweilen die J. mit mehr als zwei Ausschnitten und zugehörigen Belegungen versehen; man fagt dann, sie besitzen mehr als zwei Elemente. Die J. kommen in mannigfachen Variationen von Bennet, Nicholson, Varley, W. Thomson, Bertsch u. a. m. vor; sie dienen zu allen Versuchen mit hochgespannter Elektricität und auch um die schönen elektrischen Lichterscheinungen (s. d.) in den Geißlerschen Röhren (s. d.) zu zeigen. Jufluieren (lat.), Einfluß üben, einwirken.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 594Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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