FeedHufgelenklahmheit
HeilkundeBrockhaus 1882

Hufgelenklahmheit, ein Lahmgehen der Pferde, veranlaßt durch Krankheitszustände der zum Hufgelenk gehörenden Teile. Ausdehnen der Gelenkbänder, trockene Entzündung der zum Hufgelenk geeinten Knochen, cariöse Zustände des Hufbeins und des Strahlbeins, Verknöcherung der Hufknorpel können H. hervorrufen. Beim chronischen Bestehen dieses Leidens wird in der Regel der kranke Huf kleiner, er zieht sich in seinen obern Teilen zusammen; vermehrte Wärme am ganzen Huf oder doch auf Krone und Ballen, Aufgetriebensein oder Eingefallensein der Krone, Lahmgehen der Patienten, Nichtdurchtreten im Fessel charakterisieren diese Krankheit. Die Behandlung verlangt im Anfang des übels anhaltendes Kühlen, nebenbei ein Einreiben von grauer Quecksilbersalbe oder Perd muuß vd auf die Krone; das hufgelenklahme Pferd muß volle Ruhe haben, obschon bei leichten Graden der H. die Heilung dadurch sehr befördert werden kann, daß man das Pferd mit unbeschlagenen Hufen mehrere Monate lang auf die Weide, in einen Grasgarten u. s. w. gehen läßt. In chronischen Fällen sind scharfe Salben (1 Teil gepulverte Spanische Fliegen, 4 Teile eines Gemisches von gleichen Gewichtsteilen Fett und dickem Terpentin) zu versuchen. Im äußersten Vunr wird ein hufgelenklahmes Pferd noch einige Jahre einigermaßen schnitt; der hr erhalten durch den Prerdes wir chnitt; der Huf eines so operierten Pferdes wird gefühllos, die Operierten empfinden keinen Schmerz mehr in ihrem Huf und gehen nun nicht mehr lahm.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 434Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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