Interregnum (lat.), d. i. Zwischenreich, heißt überhaupt die Zeit von dem Tode oder der Entsetzung des bisherigen bis zur Wahl eines neuen Oberhaupts. So bezeichnete man bisweilen die oft längere Zeit dauernde Erledigung des poln. Throns, sowie nicht minder die Zeit des Vikariats im Deutschen Reiche mit diesem Namen. Vorzugsweise aber hat man in der Geschichte Deutschlands mit dem Namen J. die Zeit vom Tode König Konrads IV. bis zur Wahl Rudolfs I., 1254—73, benannt, als kein eigentliches Oberhaupt an der Spitze des Reichs stand. (S. Deutschland und Deutsches Reich, geschichtlich, Bd. V, S. 233.)
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 638Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei